Ob wir das schaffen – Eine andere, bessere Welt?

Wenn Zeitgenossen über die düsteren Jahre der Naziherrschaft sprechen, dann wollen sie uns bewusst oder unbewusst glauben machen, dass sie selbst gegen das Gift der menschenverachtenden Propaganda immun gewesen wären. Tatsache ist dagegen, dass gute 99 Prozent der Deutschen keinen offenen Widerstand leisteten und eine Mehrheit von ihnen bei den großen Aufmärschen mitgeklatscht und mitgebrüllt haben, auch wenn nicht wenige inneren, wortlosen Widerstand leisteten. Die Wahrscheinlichkeit liegt daher weit unter einem Prozent, dass diejenigen, die heute vorgeben, so genau zu wissen, wie sie selbst sich damals verhalten hätten, das eigene Leben durch offenen Widerstand tatsächlich auf Spiel gesetzt hätten.

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An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!

Dieser Spruch aus dem Neuen Testament (Matthäus 7,16) konfrontiert Wirkung und Ursache. Eine schlechte Wirkung kann keine gute Ursache haben, und umgekehrt ist es genauso. Dornen tragen keine Trauben und auf Disteln finden wir keine Feigen. Auf schöne Worte und Theorien sollte man sich nicht verlassen. Was zählt, sind die Wirkungen, die daraus entstehen.

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Schöne Neue Coronawelt – Eine hitzige Debatte zwischen Steven Pinker und Aldous Huxley

Aldous Huxley: Habe ich nicht schon hinreichend klar gemacht, was ich über Optimisten aus Prinzip und ideologische Perfektionisten denke, als ich ein Meisterwerk der Weltliteratur zu dem Thema verfasste? Glaub nur nicht, dass ein Mann des Geistes jemals Abschied vom Denken nimmt und sich hier oben sozusagen auf sein Altenteil setzt. Tatsächlich verfolge ich mit Besorgnis alles, was dort unten so vor sich geht. Coronavirus ist doch nur eine der vielen Bedrohungen. Homo sapiens insapientissimus scheint alles zu unternehmen, um sich selbst auf die rote Liste der zum Aussterben verurteilten Arten zu setzen. Aber ihr scheint das ja nicht einmal zu ahnen.*0*

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Leben wir noch in einer Demokratie?

Wir bemessen diese Staatsform vor allem an dem Ausmaß an Freiheit, das eine Regierung ihren Bürgern gewährt. Aus dieser Sicht ergibt sich ein ebenso helles wie düsteres Bild. Niemand hindert mich daran, auch die abwegigsten Meinungen zu vertreten, sogar zum Sturz der Regierung darf ich öffentlich aufrufen, sofern das ohne Beleidigung konkreter Personen und ohne Aufkündigung der demokratischen Verfassung geschieht. Leben wir noch in einer Demokratie? weiterlesen

De gustibus EST disputandum

Eine wichtige, vielleicht die wichtigste Aufgabe eines guten Lehrers hat darin zu bestehen, den Schülern voreiliges Urteilen abzugewöhnen, denn mit diesem Bedürfnis kommen wir auf die Welt, während der Verstand sich nur sehr langsam entfaltet. Der Säugling schreit sofort, wenn ihm unwohl ist, und er lächelt, wenn man ihn freundlich behandelt. Aber auch das Vokabular von Pubertierenden enthält vor allem Ausdrücke wie super, geil, toll und anderseits ablehnendes Werten wie pfui, widerlich, böse etc. Die Abneigung gegen eigenständiges Denken und die Neigung, Argumente durch vorschnelles Werten und Urteilen zu ersetzen, bleibt darüber hinaus bei vielen Menschen erhalten – bei nicht wenigen ein Leben lang.

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Der Thymos und die Logik – warum wir wissen und doch nicht tun

Francis Fukuyama, der allseits gebildete US-amerikanische Politikwissenschaftler, hat in seinem bekannten Buch, „Das Ende der Geschichte“, deren Betrachtung um eine wichtige Vokabel griechischen Ursprungs bereichert – den Thymos. Der Thymos und die Logik – warum wir wissen und doch nicht tun weiterlesen

Der unheilige Martin – christliche Moraltheologie und Kapitalismus

Mit dem Strom schwimmen Opportunisten, gegen ihn schwimmen mutige Außenseiter. Eine solche Rolle hat der katholische Moraltheologe Martin Rhonheimer, seines Zeichens Ethikprofessor an der Päpstlichen Universität Rom, übernommen. Der unheilige Martin – christliche Moraltheologie und Kapitalismus weiterlesen

Fake Reality – zwei Gründe, warum auch die Grünen nur die halbe Wahrheit über das Klima sagen

William E. Rees gewidmet Fake Reality – zwei Gründe, warum auch die Grünen nur die halbe Wahrheit über das Klima sagen weiterlesen

Was ist Wirtschaftsphilosophie?

In der ‚Offenen Gesellschaft und ihre Feinde’ vertrat Karl Popper mit großer Entschiedenheit die Position, dass größere Eingriffe in die Wirtschaft, vor allem solche ideologisch motivierter Art, meist unheilvoll und deshalb zu vermeiden seien. Was ist Wirtschaftsphilosophie? weiterlesen

Das Ende des Kapitalismus – so kinderleicht, so unendlich schwierig!

Wie eine künftige Weltgesellschaft aussehen müsste, die sich im Frieden mit der Natur befindet, wissen wir dank vieler einschlägiger Forschungen ziemlich genau. Viel weniger gut wissen wir, wie wir uns eine Gesellschaft vorstellen sollen, die sich im Frieden mit sich selbst befindet – darüber streiten Religionen, Philosophen, Sozialrevolutionäre seit mindestens dreitausend Jahren. Nur die wenigsten sind sich allerdings bewusst, dass die Forderungen, die sich aus dem Frieden mit der Natur ergeben, bereits einen so tiefgreifenden und radikalen Einschnitt bedeuten, dass ihre Verwirklichung eben nicht nur unseren Umgang mit der Natur, sondern auch die Gesellschaft selbst – ihre Erwartungen und Ideale – grundlegend verändert. Es lohnt sich deshalb, über den Frieden mit der Natur nachzudenken, einen Frieden, den die Menschheit noch in diesem Jahrhundert, ob sie will oder nicht, einzig um ihres Überlebens willen verwirklichen muss! Das Ende des Kapitalismus – so kinderleicht, so unendlich schwierig! weiterlesen

Wirtschaft ohne Wachstum – warum das gegenwärtige Wirtschaftssystem eine Entwicklung zur Nachhaltigkeit ausschließt

Dieser Artikel wurde in „Eurokalypse Now? Es gibt einen Weg aus der Krise!“ leider fehlerhaft abgedruckt.

Seit der Club of Rome 1972 zum ersten Mal die Folgen eines grenzenlosen Wachstums auf dramatische Weise beschwor, wurde weltweit das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Wachstum und Naturvernichtung geschärft. Doch schon damals war vielen klar: Misstrauen, das man gegen das Wachstum schürt, muss auch den richtigen Gegner treffen. Wachstum an sich ist kein Übel. Wirtschaft ohne Wachstum – warum das gegenwärtige Wirtschaftssystem eine Entwicklung zur Nachhaltigkeit ausschließt weiterlesen

Wie viele Welten verträgt die Welt?

Globalisierung ist Heilsbotschaft: Wohlstand als unbegrenzter Konsum. Wer dagegen Einspruch erhob, mochte sich intellektuell noch so sicher fühlen, bei der Menge ist er damit nicht angekommen. Die Lust am Immer-Mehr, die inzwischen die Menschen des ganzen Globus erfasst, zumindest jene, die sich den neoliberalen Spielregeln unterwerfen, hat alle Kritik, wenn nicht zum Verstummen gebracht so doch zum unhörbaren Flüstern ohnmächtiger Statisten entwertet. Wie viele Welten verträgt die Welt? weiterlesen