Steuerreform

Es lohnt sich, Gedanken folgerichtig zu Ende zu denken, z.B. die Steuerreform. Wie sieht ein Steuersystem aus, das zugleich sozial gerecht und ökologisch treffsicher ist und allen Bürgern ein Mindesteinkommen garantiert? Schon vor eineinhalb Jahrhunderten hielt John Stuart Mill einzig die Besteuerung des Konsums für sozial gerecht. Welch ein Unsinn die Leistung zu besteuern, gleichgültig ob die eines Arbeiters oder eines Managers – Leistung kommt der Gemeinschaft zugute! Aber durch den Konsum von Gütern, deren Gesamtmenge immer und notwendig begrenzt ist, beschränkt jeder von uns den Konsum seiner Mitmenschen. Eine progressive Konsumsteuer ist aber erst mit heutigen technischen Mitteln denkbar. Vor zehn Jahren hatte ich ein solches System in „Wohlstand und Armut“ (Metropolis) vorgeschlagen. Nie wird es in dieser logisch kompromisslosen Form verwirklicht werden, aber die Richtung ist vorgezeichnet. Nur in einem Punkt bin ich nicht weit genug gegangen. Herman Daly, der große amerikanische Vordenker der Ökologie, ging noch einen entscheidenden Schritt weiter. Nicht durch Steuern sondern nur durch Deckelung, so Daly, ist der Ressourcenverbrauch einzudämmen, also durch stetig sinkende Obergrenzen, z.B. für den Verbrauch von Kohle, Öl, Gas. (auch als Amazon Veröffentlichung). Siehe:

Steuerreform

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Von Herrn Prof. Paul Kellermann erhalte ich folgenden Kommentar:

Stimme Ihnen zu. Der Einzige, der heutzutage immer wieder für Konsumsteuer argumentierte, war nach meinem Wissen Götz Werner (DM-Gründer).

Meine Antwort:

Ich weiß nicht, wie Sie über Herrn Werner denken. Ich halte ihn für einen ausgemachten Populisten. Grundeinkommen sollte für jeden modernen Staat eine Selbstverständlichkeit sein – das ist eine Pflicht der Gesellschaft gegenüber den Individuen. Aber ein bedingungsloses Grundeinkommen ist eine Verirrung, weil sie nur auf die Rechte des Individuums gegenüber der Gesellschaft pocht, aber über dessen Pflichten hinwegsieht. Zwischen dem Ganzen und seinen Teilen – der Gesellschaft und den Individuen – muss es aber ein Geben und Nehmen geben, wenn eine Gesellschaft Bestand haben soll.

Wie gesagt, ist die Idee einer Konsumsteuer bereits eineinhalb Jahrhunderte alt. Aber sie war bisher nie zu verwirklichen. Tausende von Betrieben zu besteuern sowie die Menschen, die in ihnen arbeiten, bot sich an und war mit geringem Aufwand auszuführen, aber wie sollte man den Konsum von Millionen Bürgern erfassen und ihn noch dazu progressiv besteuern? Theoretisch lässt sich zwar der Konsum aus der Differenz zwischen Einkommen und Ersparnis berechnen, aber dabei sind dem Betrug Tür und Tor geöffnet.

Die Originalität meines Beitrags besteht darin, dass ich konkret zeige, wie das mit heutigen technischen Mitteln zum ersten Mal in der Geschichte sehr wohl möglich ist.

Sind die Deutschen noch zu retten? Homo technikus und der Nationalstaat

Wir sind gewohnt, Einträge auf der roten Liste der ausgestorbenen oder vom Aussterben bedrohten Arten zu beklagen, zu diesen zählen Dinosaurier, bengalische Tiger, Birkhühner oder Flussperlmuscheln. Doch halte man die Natur nicht für einfallslos. Sie ersetzt das Abgelebte fortwährend durch eine Vielzahl von Neukreationen: statt der Dinosaurier schenkt sie uns jetzt Corona und gleich dazu auch noch eine Vielzahl frisch gekürter Mutanten. Sind die Deutschen noch zu retten? Homo technikus und der Nationalstaat weiterlesen

Zukunft – Gottes achter Schöpfungstag?


Wenn wir die Vergangenheit studieren und verstehen wollen, dann immer nur um mit der Gegenwart fertig zu werden und für die Zukunft besser gerüstet zu sein – das ist eine Binsenweisheit. Schwierig wird es nur, wenn die Vergangenheit uns mit so widersprüchlichen Signalen versorgt, dass die Zukunft für uns zum Rätsel wird. Dann kann es passieren, dass unsere Gewissheiten wanken und wir nach ganz neuen Orientierungen und sogar Begriffen suchen. Zukunft – Gottes achter Schöpfungstag? weiterlesen

Ob wir das schaffen – Eine andere, bessere Welt?

Wenn Zeitgenossen über die düsteren Jahre der Naziherrschaft sprechen, dann wollen sie uns bewusst oder unbewusst glauben machen, dass sie selbst gegen das Gift der menschenverachtenden Propaganda immun gewesen wären. Tatsache ist dagegen, dass gute 99 Prozent der Deutschen keinen offenen Widerstand leisteten und eine Mehrheit von ihnen bei den großen Aufmärschen mitgeklatscht und mitgebrüllt haben, auch wenn nicht wenige inneren, wortlosen Widerstand leisteten. Die Wahrscheinlichkeit liegt daher weit unter einem Prozent, dass diejenigen, die heute vorgeben, so genau zu wissen, wie sie selbst sich damals verhalten hätten, das eigene Leben durch offenen Widerstand tatsächlich auf Spiel gesetzt hätten.

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An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!

Dieser Spruch aus dem Neuen Testament (Matthäus 7,16) konfrontiert Wirkung und Ursache. Eine schlechte Wirkung kann keine gute Ursache haben, und umgekehrt ist es genauso. Dornen tragen keine Trauben und auf Disteln finden wir keine Feigen. Auf schöne Worte und Theorien sollte man sich nicht verlassen. Was zählt, sind die Wirkungen, die daraus entstehen.

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Der ökosoziale Staat

(auch erschienen in Tichys Einblick, fbkfinanzwirtschaft und scharflinks)

Unseren Kindern und Enkeln eine Natur zu erhalten, die durch den ökologischen Fußabdruck unserer Generation nicht weiter und immer noch stärker belastet wird – innerhalb Europas stößt diese Forderung inzwischen auf weitgehendes Verständnis. Wenige zweifeln heute noch daran, dass ein stetig steigender Ressourcenverbrauch uns zur Besinnung zwingt, zumal die Rest- und Schadstoffe der industriellen Produktion Luft, Wasser und Boden weltweit in immer stärkerem Maße belasten. Der ökosoziale Staat weiterlesen

Wirtschaft ohne Wachstum – warum das gegenwärtige Wirtschaftssystem eine Entwicklung zur Nachhaltigkeit ausschließt

Dieser Artikel wurde in „Eurokalypse Now? Es gibt einen Weg aus der Krise!“ leider fehlerhaft abgedruckt.

Seit der Club of Rome 1972 zum ersten Mal die Folgen eines grenzenlosen Wachstums auf dramatische Weise beschwor, wurde weltweit das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Wachstum und Naturvernichtung geschärft. Doch schon damals war vielen klar: Misstrauen, das man gegen das Wachstum schürt, muss auch den richtigen Gegner treffen. Wachstum an sich ist kein Übel. Wirtschaft ohne Wachstum – warum das gegenwärtige Wirtschaftssystem eine Entwicklung zur Nachhaltigkeit ausschließt weiterlesen