Coincidentia Oppositorum: Mr. DAX (Dirk Müller) über die Zukunft des Euro

Die Jünger Wilhelm von Humboldts sind dafür bekannt, Wahrheit allein um der Erkenntnis willen zu suchen. Wie man weiß, haben sie heute nur wenig Zulauf. Die reine Wahrheit – oder auch nur der bloße Anspruch darauf, denn niemand kann sich ihrer ganz sicher sein – erfreut sich keiner großen Beliebtheit, zumal in einer Zeit, wo jeder gleich danach fragt: Ja, und was nützt sie mir denn? Dagegen können sich jene Gurus des Ansturms kaum erwehren, die gerade auf diese Frage eine tröstliche Antwort geben, z.B. wenn sie ihrem Buch den Titel geben: „Wie Sie das Beste aus Ihrem Gelde machen“. Coincidentia Oppositorum: Mr. DAX (Dirk Müller) über die Zukunft des Euro weiterlesen

Macht, Macht – und abermals Macht

Warum droht das Vereinigte Europa, eines der hoffnungsvollsten Projekte nach den beiden Kriegen des vergangenen Jahrhunderts, zu scheitern? Ich denke, das Schlüsselwort zum Verständnis der heutigen Krise liegt in Begriff und Realität der Macht. Macht, Macht – und abermals Macht weiterlesen

Europäische Wirtschaftsregierung?

Europa hat bereits eine Regierung, wenn auch eine, die nicht vom Volk gewählt worden ist: die Europäische Kommission. Der Vorsatz von Nicolas Sarkozy und Angela Merkel, dem alten Kontinent eine solche Regierung erst noch zu geben, stellt keine wirklich aufregende Neuerung dar. Jedem halbwegs klar denkenden Bürger musste seit langem bewusst sein, dass Vereinigung bis hin zur politischen Union nichts anderes heißt als Gemeinsamkeit der Institutionen und der lenkenden Organe. Seit es Geschichte gibt, lief eine Vereinigung vorher unabhängiger Gebiete und Bevölkerungsteile immer darauf hinaus, dass diese sich einer zentralen Regierung und ihrer Steuerhoheit unterwarfen. Wer mehr will als ein Europa auf dem Papier, das nur aus guten Vorsätzen besteht, der darf sich nicht vor dieser selbstverständlichen Schlussfolgerung drücken. Europäische Wirtschaftsregierung? weiterlesen

Europa – ein Kartenhaus? wie eine große Idee von allzu kleinen Politikern zerstört wird

(als Gastbeitrag teilweise abgedruckt in: "Die Presse" vom 28.5.2012)

Teil I: Griechenlands Eurokalypse

Es ist wahr, dass die Griechen sich mit falschen Zahlen den Zugang zur Eurozone erschlichen haben. Doch wahr ist ebenfalls, dass damals niemand so genau hinsehen wollte. Bis vor kurzem herrschte ja noch Erweiterungseuphorie. Europa – ein Kartenhaus? wie eine große Idee von allzu kleinen Politikern zerstört wird weiterlesen

Die schöne Kalypso und der listenreiche Odysseus – ein griechisches Trauerspiel

Mit offenen Armen hat sie ihn empfangen, sie wartete nur auf ihn. Es sollte eine Lustparty werden, schade, dass nun etwas ganz anderes daraus wurde. Jetzt jammert die EU, sie sei betrogen worden. Aber welch eine Heuchelei: Sie wollte betrogen werden! Die schöne Kalypso und der listenreiche Odysseus – ein griechisches Trauerspiel weiterlesen

Wohlstand und Armut – eine allgemeine Theorie über Eigentum, Geld, Güter und Staat

Mit Wohlstand und Armut öffnet sich dem Leser der Ausblick auf eine doppelte Perspektive. Warum ist es der Eigentumsgesellschaft (dem sogenannten „Kapitalismus“) besser als jeder anderen sozialen Ordnung gelungen, Wissen und Können zum Zweck materiellen Fortschritts und geistiger Kreativität zu mobilisieren? Ihr Geheimnis sind Wettbewerb und eben das Eigentum. Jede Gesellschafts- und Wirtschaftslehre, die (wie die von Karl Marx) das Privateigentum und den Wettbewerb abschaffen will, ebnet den Weg in den Niedergang. Wohlstand und Armut – eine allgemeine Theorie über Eigentum, Geld, Güter und Staat weiterlesen

Protektionismus – ein bedrohliches Gespenst?

Von den verschiedensten Seiten wird gegenwärtig die Bedrohung durch staatliche Schutzmaßnahmen beschworen. Nichts Schlimmeres könne geschehen, als dass jeder Staat mit der sich verschärfenden Krise zunächst einmal an sich selber denke, indem er protektionistisch, d.h. egoistisch handelt. Diese Warnung vor dem Egoismus leuchtet unmittelbar ein, allerdings fragt man sich, warum Egoismus für einzelne, besonders wenn sie Banker, Manager und Vermögensbesitzer waren, bis gestern noch als das vornehmste und schützenswerteste Recht der Bürger galt? Protektionismus – ein bedrohliches Gespenst? weiterlesen

In eigener Sache: Das Pyramidenspiel

Nach mehreren Büchern zu essentiellen Fragen der Wirtschaft und Wirtschaftspolitik sollte ein Autor  Rückblick halten. Waren seine Analysen im Wesentlichen richtig oder hat er die künftige Entwicklung falsch eingeschätzt? Diese Frage erhebt sich zum Beispiel im Hinblick auf mein erstes Buch über die Auswirkungen der Globalisierung, dem ich damals den Titel Die arbeitslose Gesellschaft – Gefährdet Globalisierung den Wohlstand? gab. In eigener Sache: Das Pyramidenspiel weiterlesen

Das Airbus-Debakel

Was gegenwärtig bei Airbus passiert, halten viele für einen Unfall und bloßes Managementversagen. In Wirklichkeit handelt es sich um das Vorspiel eines kommenden Desasters. Exemplarisch lässt sich an den Vorgängen rund um den europäischen Airbus das Dilemma veranschaulichen, in dem sich die Wirtschaftspolitik insgesamt befindet. Exemplarisch lässt sich aber auch zeigen, wie schmerzhaft und auf den ersten Blick geradezu abwegig jede Alternative dazu erscheint – auch die von mir und in Ansätzen auch von Gabor Steingart propagierte. Das Airbus-Debakel weiterlesen

Was tun gegen den Wohlstandsverfall?

Es spricht nicht für den Arzt oder die medizinische Wissenschaft, wenn sie einem Patienten, der an Zahnschmerzen leidet, den Blinddarm entfernen oder ihm eine künstliche Hüfte einsetzen. Und es spricht nicht für die ökonomische Wissenschaft oder für Politiker, die ihren Ratschlägen folgen, wenn ein Land seine industrielle Basis verhökert, Rostgürtel ringsum entstehen lässt, aber man die Bevölkerung gleichzeitig zwingt immer mehr Abstriche von ihrem Wohlstand zu akzeptieren. Noch unverständlicher wird die Sache, wenn unter Kennern kein Zweifel über die Diagnose besteht. Was tun gegen den Wohlstandsverfall? weiterlesen

Was geht die EU uns noch an?

Es knirscht hörbar im Gebälk der Europäischen Union. Die Zahl der von ihrem Nutzen überzeugten Bürger nimmt ab. Ich habe immer wieder die Auffassung vertreten, dass es für die Zukunft die schwerste Niederlage Europas wäre, wenn dieses Vereinigungsprojekt scheitern sollte. Eine solche Auffassung lässt sich gegenüber skeptischen Bürgern aber nur dann glaubhaft vertreten, wenn man die jetzigen Defekte der Union unbeschönigt zur Sprache bringt und Vorschläge wagt, wie sie durch eine andere Politik noch zu retten wäre. Was geht die EU uns noch an? weiterlesen

Unterkühlt contra Empört – Was kommt nach den Wortgefechten?

Zwei Leute sitzen sich in einem Interview gegenüber. Die Namen tun nichts zur Sache. Sie sind fast beliebig auswechselbar. Ihre Gefühlslage ist schon bezeichnender. Den einen Redner kann man nur als ‚unterkühlt’, den anderen muss man als ‚empört’ bezeichnen. Empörung steht neuerdings hoch im Kurs.

Empört: Mit Schröder hat es begonnen, der Feind des Sozialstaats hat sich ein linkes Mäntelchen übergeworfen. Wie sich die Rechten da freuten! Die brauchen immer nur abzuwarten: Ein paar geistig zerfressene Linke werden dann schon die Drecksarbeit für sie besorgen. Unterkühlt contra Empört – Was kommt nach den Wortgefechten? weiterlesen