Österreich – die Insel der Unseligen

(auch erschienen in: Tichys Einblick und "scharf-links")

Wer die Alpenrepublik besucht, lernt nicht nur ein Land von großer Schönheit kennen, sondern noch dazu eines von beeindruckendem Wohlstand. Nicht dass es nicht viele Kennziffern gäbe, die seiner jetzigen und jeder anderen Regierung Kopfschmerzen verursachen müssen, aber im Vergleich zu den meisten Staaten, die jenseits seiner südlichen und östlichen Grenze liegen, darf dieses Land sich wohlhabend nennen; im Vergleich zu den Staaten Afrikas und des Nahen Ostens sogar überaus reich – und zu all dem ist es wie gegenwärtig noch ganz Europa ein Refugium sowohl des äußeren wie des inneren Friedens.

Seinen Einwohnern geht es sehr viel besser als noch vor einem halben Jahrhundert – und das gilt selbst noch für den immer noch geringen Prozentsatz von Arbeitslosen, die weitgehend in Wohnungen und unter Bedingungen leben, von denen die meisten Österreicher in den ersten Nachkriegsjahren nur träumen konnten. Wo man in diesem Land – aufgrund welcher Ursachen auch immer – echter Not begegnet, ist es dem Wirken der Caritas zu danken, dass sie niemals auch nur im Entferntesten jenes Ausmaß erreicht wie in den wirklich armen Ländern des Globus. Wenn es – wie gerade von extremen Parteien und Bewegungen zu hören – an einer guten Regierung liegt, ob ein Land im Wohlstand lebt oder nicht, so scheint die Folgerung unabweislich, dass die Regierungen, die das Nachkriegsösterreich bis heute lenkten, allen Fehlern zum Trotz dennoch zu den besten der Welt gehörten.

Propagandistische Selbstbespiegelung?

Derartige Lobgesänge hören sich freilich ein wenig so an wie die Broschüren der jeweils herrschenden Regierungspartei, welche die eigene Leistung aus leicht verständlichen Gründen gern in den Himmel lobt und dabei alle Missstände geflissentlich auszublenden versucht. Kein Zweifel: Die besten Politiker – jeder stellt sie sich freilich auf seine Art vor – hätten ein noch weit besseres Gemeinwesen geschaffen; wobei man allerdings anmerken muss, dass auch in diesem Fall jeder sich den idealen Staat wiederum auf eigene Weise denkt. Was die Zukunft betrifft, so sieht das Bild dennoch weit weniger rosig aus. Es ist unbestreitbar, dass jüngere Menschen mit weit schwierigeren Arbeitsbedingungen kämpfen als die Generation ihrer Eltern. Zudem werden nur wenige leugnen, dass Wachstum als die eigentlich Reichtum schaffende Kraft gerade in diesen Jahren einen Plafond erreicht und uns in Zukunft ein harter Verteilungskampf um das Vorhandene droht.

Diese und viele andere Herausforderungen können jedoch nichts an der Tatsache ändern, dass es dem Land und seinen Bewohnern in seiner ganzen bisherigen Geschichte materiell niemals so gut ging wie selbst noch heute im Jahr 2016, dem Jahr der kaum ausgestandenen Krise. Blickt man von Afrika oder dem Nahen Osten nach Österreich, so stellt sich das Land ebenso wie Deutschland als eine Insel des Wohlstands und der Seligen dar – genau aus diesem Grund brechen ja so viele Menschen aus jenen Regionen nach Mitteleuropa auf.

Und dennoch: Missbehagen grassiert auf der Insel der Seligen

Diese Feststellung bleibt allerdings nur so lange richtig, wie man das Wort „materiell“ betont. Denn viele und immer mehr Österreicher sind mit ihrer Situation inzwischen so wenig zufrieden, dass ihr Land einem feinnervigen Beobachter eher als eine Insel der Unseligen erscheint. Eine breite Front – vermutlich schon eine Bevölkerungsmehrheit – lässt sich unter Führung der FPÖ bereitwillig davon überzeugen, dass das Land von den bisherigen Parteien so hoffnungslos ruiniert worden ist, dass nur eine Bewegung mit einem grundsätzlich anderen Programm das Land aus solcher Misere zu retten vermag – wenn es sein muss auch unter Missachtung oder Aufhebung demokratischer Spielregeln. So verbreitet und ausgeprägt ist dieses Missbehagen, dass Norbert Hofer, dem Präsidentschaftskandidaten der genannten „Bewegung“, mit großer Wahrscheinlichkeit das höchste Amt des Staates zufallen wird. Alexander van der Bellen, sein Konkurrent, entstammt zwar ebenfalls einer Protestpartei, doch ist diese nie mit dem erklärten Willen angetreten, einen als durch und durch morsch und korrupt deklarierten Staat, in dem Demokratie nichts mehr zustande bringe, aus den Angeln zu heben und autoritär neu zu erfinden – sie will ihn nur im Sinne der Ökologie und der sozialen Fairness reformieren; nicht anders übrigens als beide Volksparteien, soweit sie dieses Ziel nicht aus Gründen des globalen Wettbewerbs oder des Opportunismus auf die lange Bank abzuschieben beliebten.

Warum finden die Österreicher an ihrem eigenen Erfolg so wenig Gefallen?

Wenn ein Land aus der unparteiischen Sicht des Auslands zwar eine Erfolgsstory ist, aber ein wachsender Teil seiner eigenen Bevölkerung diesen Erfolg weder sieht noch sehen will, dann haben wir es mit einem Phänomen besonderer Art zu tun, das auf den ersten Blick paradox erscheint. Am materiellen Wohlstand dieses Landes ist nicht zu zweifeln, aber ebenso wenig an der fundamentalen Unzufriedenheit einer großen Zahl seiner Bewohner – den Beweis dafür wird der wahrscheinliche Sieg Norbert Hofers demnächst erbringen. Österreich ist in objektiver Sicht eine Insel der Seligen, aus der subjektiven Perspektive seiner Bewohner dagegen ein Land der Unzufrieden-Unseligen – dieses erstaunliche Phänomen bedarf der Erklärung.

Die Sehnsucht nach Gemeinschaft

Christian Felber, österreichischer Wirtschaftsanalytiker und scharfsinniger Kritiker der herrschenden Ökonomie, die, wie er sagt, dem Gemeinwohl längst mehr schade als nütze, hat die Lösung für dieses erstaunliche Paradox nicht gefunden, aber er führt ziemlich nahe an sie heran. Wie bekannt, ist der Wettbewerb für ihn eine Quelle des Übels. Wenn er an seine Stelle die gemeinschaftsfördernde Kooperation setzen will, dann verleiht er einer geheimen Sehnsucht Ausdruck, denn Wettbewerb ist ja nichts anderes als Kampf – also Distanz, Entfremdung, Gegeneinander, während Kooperation Menschen miteinander verbindet.

In seiner Kritik am Wettbewerb sieht Christian Felber freilich darüber hinweg, dass dieser den Reichtum moderner Gesellschaften einschließlich seines eigenen Landes überhaupt erst ermöglicht hat, weil erst der Wettbewerb Können und Wissen der einzelnen aus der feudalen Fesselung befreite. Im Feudalismus gab es Entfaltung fast ausschließlich von Gottes Gnaden, man musste als Adliger geboren werden oder als Kleriker von der Macht auserwählt sein; der Rest des Volkes, ganze neunzig Prozent, war lebenslänglich zu einer Handvoll angestammter Tätigkeiten verdammt. Dass sämtlichen Gliedern einer gesamten Bevölkerung – heute auch den Frauen – aufgrund eines allen zugänglichen Bildungssystems alle verfügbaren Posten bis hin zu Kanzler und Präsident offenstehen – je nachdem, ob sie sich durch ihr Wissen und Können dafür qualifizieren -, ist allein dem Wettbewerb zu verdanken, der in einem nunmehr zweihundertjährigen Prozess nach und nach die zuvor bestehenden Privilegien schleifte. Ohne den Wettbewerb, der zum Wesensmerkmal der Marktwirtschaft aller modernen Staaten gehört – auch einer sozialistisch autoritären wie in China – hätten sie das Potential an Talent, wie es bis dahin in ihren Bevölkerungen ungenutzt schlummerte, niemals auszuschöpfen vermocht. Der gebändigte Kampf – denn nichts anderes ist ja der ökonomische Wettbewerb – hat gigantische Kräfte entfesselt, gigantisch auch noch in seinen Entartungen, wenn an die Stelle sozialer Marktwirtschaft die Entwicklung zu einem äußerst rabiaten Neoliberalismus trat, der einerseits Menschen, andererseits die Natur verschleißt. Die auf Wettbewerb begründete Marktwirtschaft hat sich geschichtlich als das wirksamste Instrument zum Erwerb materiellen Reichtums bewährt.

Die rein ökonomische Effizienz zersprengt jede Gemeinschaft

Dennoch hat Christian Felber den Finger auf eine offene Wunde gelegt, denn das Wort Wettbewerb hat nicht nur für ihn, sondern für viele theoretisch ganz unbelastete Bürger seinen guten Klang eingebüßt – und nicht nur dieser Begriff: Die gleiche Abwertung betrifft inzwischen die meisten der mit unserem modernen Wirtschaftssystem verbundenen Wörter. Wer liebt denn noch den Kapitalismus? Wer zeigt sich noch begeistert vom technischen Fortschritt? Wer möchte noch etwas von Leistung hören und den ewigen Mahnungen, sie weiter zu steigern? Wer hat noch Sympathie für zentrale Institutionen unserer Wirtschaft wie Banken oder Konzerne? Mit deren Akteuren, d.h. Managern oder Bankiers, befasst man sich sowieso nur noch dann, wenn man sie kritisieren möchte. Und schließlich ist es auch kein Geheimnis mehr, das sogar Schlüsselwörter wie Demokratie und freie Wahlen (angeblich wären sie in Wahrheit ja doch niemals frei!) ihre Faszination eingebüßt haben, obwohl die Völker dereinst so lange und unter so großen Opfern für sie kämpfen mussten.

Hier offenbart sich die Wurzel des Paradoxes. Was so viele Österreicher, einschließlich Christian Felber, gefühlsmäßig abstoßend finden – der Grund für ihr tiefes Missbehagen – trägt ein Janusgesicht wie der Wettbewerb: Zwar vermochte erst dieser die schlummernden Kräfte der individuellen Entfaltung und des materiellen Aufstiegs zu wecken, doch erweist er sich zur gleichen Zeit als das wirksamste Instrument der sozialen Zerfaserung und Zerstörung. Wie wirtschaftlich rational ist es doch, wenn ein Betrieb Menschen augenblicklich feuert, sobald ein Mitbewerber die Aufgaben nur etwas besser oder billiger erfüllt! Wie ökonomisch zweckmäßig ist es doch, alle gefühlsmäßigen Hemmungen im Sinne dieser Rationalität beiseite zu schieben; wie gut ökonomisch begründbar ist es schließlich, sämtliche Traditionen und Neigungen der Menschen zu schleifen, die dem wirtschaftlichen Apparat keinen in der Bilanz ausweisbaren Nutzen verschaffen!

Doch was ökonomisch zweckmäßig ist, kann als Gift für menschliche Gemeinschaften wirken. Die soziale Zerfaserung und Zerstörung findet ihren unmittelbaren Ausdruck in der Einsamkeit des modernen Menschen, die gerade in den Ballungszentren der Städte am größten ist, dort wo Menschen sich auf engstem Raum aneinander drängen. An ihren Arbeitsplätzen müssen sie täglich erfahren, dass ihr Wert in der ökonomischen Megamaschine nicht hinausreicht über ihre bloße Funktionsfähigkeit, die ihrerseits aber nie gesichert, also immer nur vorläufig ist, weil ein noch funktionstüchtigerer Mitbewerber sie jederzeit aus ihrer Stelle verdrängen kann. Ein Apparat, in dem ausschließlich Leistung zählt, ist ökonomisch von maximaler Effizienz, aber sozial ein Desaster, denn menschliche Fürsorge oder gar Liebe sollen und dürfen hier nicht existieren.

Wie sehr dieser Imperativ mittlerweile sämtliche Lebensbereiche durchdringt, ist daran zu erkennen, das selbst Hilfsorganisationen sich dem Diktat der ökonomischen Effizienz unterwerfen: Jeder Handgriff, sei es das Umbetten eines Kranken, sei es die Verabfolgung einer Spritze, wird nach seinem Zeitaufwand definiert und gesondert abgerechnet. Auch das liebevolle Wort einem Sterbenden gegenüber kostet Zeit, also Geld; deshalb ist es, wirtschaftlich gesehen, unrentabel und in Gefahr, der Effizienz aufgeopfert zu werden.

Führt man das Prinzip des Wettbewerbs bis an sein logisches Ende, so entsteht eine Gesellschaft von menschlichen Robotern, die keine Gefühlsregung mehr miteinander verbindet, da sie allein dem unmenschlichen Imperativ der materiellen Effizienz gehorcht. Einsamkeit oder Anomie, wie sie der hellsichtige französische Soziologe Emile Durkheim schon vor mehr als einem Jahrhundert beschrieb, steht an der Wiege des modernen Wirtschaftssystems und könnte sie sehr wohl bis an ihre Bahre begleiten, denn in einer Hinsicht dürfte sich der Homo sapiens seit der Steinzeit ja kaum geändert haben: Er ist vor allem ein soziales Wesen, d.h. er lebt von der Achtung, Aufmerksamkeit und Liebe der ihn umgebenden Mitmenschen. Ausgesetzt auf einer menschenleeren Insel droht ihm Verkümmerung. Genau dieses Schicksal wird ihm heute von einer einseitig auf die ökonomische Effizienz fixierten Gesellschaft bereitet, zumal wenn jene traditionellen Instanzen, die den Menschen bis dahin in seiner Ganzheit und Einmaligkeit respektierten – also an erster Stelle die verschiedenen Kirchen – ihren Einfluss weitgehend verloren haben.

Verunsicherung durch das Fremde

Dieses gefühlsmäßige Vakuum, diese innere Leere und Entleerung, diese Not von Menschen, die nebeneinander her im selben Land, in derselben Stadt, im selben Haus existieren, sich aber nichts mehr zu sagen haben, brauchen Demagogen nicht zu erfinden: Sie sind gefühlte Realität, sie sind der Humus, auf dem das Missbehagen der Unseligen gerade dann blüht und wuchert, wenn alle physische Not überwunden wurde – jene Not der ersten Nachkriegsjahrzehnte, die dem Handeln ein fragloses Ziel und eine eindeutige Richtung gab. Selbst die ländliche Bevölkerung Österreichs, die noch vor zwanzig Jahren den Abend nach der Arbeit im Wirtshaus zu verbringen pflegte, leidet an dieser zerstörerischen Einsamkeit und Anomie. Das Land außerhalb der Städte ist ja bereits zu einer Art Vorstadt geworden: Materiell gesehen ist es wohlhabend bis reich, seelisch aber unzufrieden bis unglücklich gestimmt. Die Wirtshäuser schließen eins nach dem anderen, die Leute sind einander mittlerweile nicht weniger fremd als in den Städten, sogar noch fremder, weil die Stadt immerhin tausend Abwechslungen bietet und so die Menschen von ihrem Ego abzulenken vermag. Die ländliche Bevölkerung Österreichs scheint zutiefst verunsichert zu sein, was sich schon darin zeigt, dass sie allem Fremden gegenüber feindlich eingestellt ist, obwohl sie Fremden im eigenen Lebensraum kaum begegnet. Diese Tatsache überrascht freilich nur dann, wenn man darüber hinwegsieht, dass das Maß an gefühlsmäßiger Ent-Fremdung und Verunsicherung durch die Konfrontation mit den wirklich Fremden nur noch gesteigert wird. Das Multikulti-Wesen, das ihnen „die dort oben“ verordnen wollen, ist für die Menschen auf dem Lande keine Therapie, sondern ein Schreckgespenst.

Ein unüberwundener Widerspruch

Die materiell gesättigten Staaten des Westens sehnen sich nach der Wiederentdeckung, ja, Wiederbelebung ihres der Ökonomie geopferten Selbst. Haben die seelischen Opfer, die man dem Wettbewerb und der ökonomischen Effizienz bringen musste, nicht längst ihre Früchte getragen? Man ist reich, man hat alle physische Not erfolgreich beseitigt, jetzt möchte man diese Früchte endlich genießen; man möchte mit einem anderen und besseren Leben jenseits der ökonomischen Tretmaschine beginnen.

Genau hier beginnt die Tragik unserer Zeit. Weder ist das kleine Österreich noch selbst das große Europa souveräner Herr seines eigenen Schicksals: Erst haben wir den Wettbewerb nach außen getragen, jetzt sind wir ihm selbst ausgesetzt. Aufsteigende Staaten wie China und Indien befinden sich in einer ähnlichen Situation wie die Österreicher am Ende des vergangenen Krieges: Willig beugen sie sich den Imperativen der ökonomischen Effizienz, weil es für sie immer noch darum geht, echte physische Not zu beseitigen. Dadurch aber zwingen sie uns, den entwickelten Staaten, das Gesetz des Handelns auf. Denn es ist ja nicht so, dass einem reichen und nach außen offenen Staat keine andere Gefahr drohen würde, als dass er auf dem einmal erreichten Wohlstandsniveau stehen bliebe, sollte er sich dem internationalen Wettbewerb verweigern – viele Menschen in Europa wären vermutlich bereit, das ohne weiteres in Kauf zu nehmen. In Wahrheit kommt es viel schlimmer: Der bestehende Reichtum wird wieder abgebaut, die Produktionsbasis mehr und mehr an die Aufsteiger ausgelagert – ein Prozess, der ja trotz unserer Anstrengungen heute schon unübersehbar ist.

So kommt es, dass die Diktate der Ökonomie das Leben eines Staates selbst dann noch beherrschen, wenn dieser Staat materiell so gesättigt und reich wie Österreich ist. Die Haltung von Wirtschaft und Finanz ist in diesem Punkt ohnehin eindeutig: Beide bestärken die jeweilige Regierung darin, in jeder Lockerung der ökonomischen Imperative im besten Fall eine unverantwortliche Sozialromantik im schlimmsten reine Demagogie zu sehen.

Autoritäre Regime wie Russland oder China haben es leichter, mit dem Widerspruch zwischen ökonomischer Selbstbehauptung und menschlichen Bedürfnissen fertigzuwerden. Sie wiederholen das uralte Spiel, indem sie ihre Länder mit Nationalismus vollpumpen – die Menschen werden auf einen emotional sehr heißen, gemeinschaftsstiftenden Sinn eingeschworen. Dass die Welt auf diese Weise kaum friedlicher wird, hat uns Putin bereits bewiesen, aber das wird durchaus in Kauf genommen.

Österreich nur ein Gleichnis für das große Europa

Der ungelöste Widerspruch bringt auch bei uns die Demagogen ins Spiel. Der langsame, schwere, aber niemals mechanisch planbare Weg zur Gemeinschaftsbildung führt über Begeisterung, Liebe, Hingabe für Sachen oder Personen; der schnelle und in hohem Maße kalkulierbare Weg, wie ihn Hitler und zahllose andere dämonische Demagogen intuitiv erspürten, führt über Nationalismus und Hass. Hass verbindet wirksamer und schneller als jede andere Medizin. Kann man gemeinsam schimpfen, dann rückt man wieder zusammen, dann ist man sich wieder nahe. Auch auf diese Weise wird die verlorene Kommunikation wieder hergestellt, die Einsamkeit überwunden. Hofer wird siegen, weil seine Bewegung den Hass so erfolgreich mobilisiert.

Doch man gebe sich, bitte, mit dieser Feststellung nicht zufrieden, als hätte man mit einer solchen Anklage alles erklärt! Denn der Hass – das sollte man keinen Moment vergessen! – ist aus wirklicher Not geboren, der Not eines inneren Vakuums. Nur weil dieses Vakuum eine Tatsache ist, nur weil unser ökonomisch (bisher) so überaus erfolgreiches System, den tiefsten sozialen Bedürfnissen des Menschen so wenig entspricht, konnte sich dieser Hass entwickeln, nur deshalb ist er inzwischen stärker als alle Vernunft. Nur weil das Vakuum Hass erzeugt und der Hass die Vernunft verdunkelt, wird eine Mehrheit der Österreicher bei der Wahl des neuen Präsidenten völlig vergessen haben, dass es ihr materiell besser geht als jemals zuvor und ohnehin sehr viel besser als mindestens achtzig Prozent der Weltbevölkerung. Die meisten Wähler werden zu solchen Argumenten gleichmütig die Schultern zucken; was soll man sich schon über einen Reichtum und einen Frieden freuen, den man ja ohnehin besitzt? Jetzt wollen sie mehr, sie verlangen nach Glück, zur Not auch nach jenem, das ihnen die Demagogen verheißen. Fragt sich nur, ob man sich das Glück auf diese Weise verschafft.

Ist damit etwas gegen das kleine, schöne und stolze Österreich gesagt? Natürlich nicht, denn dieses Land ist ja nicht mehr als ein Gleichnis. Ist nicht ganz Europa bereits zu einer Insel der Unseligen geworden?

10 Kommentare zu „Österreich – die Insel der Unseligen“

  1. Helmut Krünes, ehemaliger österreichischer Verteidigungsminister, schickt mir per Mail folgende Stellungnahme:

    Sehr geehrter Herr Dr. Jenner!

    Tiefgreifende Probleme löst man nicht durch Vorurteile!

    Sie unterstellen der FPÖ und besonders dem Präsidentschaftskandidaten Hofer, sie wären Gegner der Demokratie. Wie kommen Sie zu diesem Schluß?
    Sind Ihrer Erfahrung nach die Parteien SPÖ und ÖVP Musterbeispiele demokratischer Parteien? Haben Sie nie von parteipolitischen Besetzungen gehört und ist Ihnen das Machtgefüge unbekannt, das diese Parteien aufgebaut und jahrzehntelang verteidigt haben?

    Die Entwicklung unserer Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten ist in vielen Bereichen besorgniserregend, aber warum richten Sie Ihre Kritik ausschließlich gegen die FPÖ? Auch ich wünsche mir in vielen Bereichen Konzepte der FPÖ zur Veränderung unserer gesellschaftlichen Schwerpunkte, die derzeit fast ausschließlich im Materiellem liegen. Aber die Mächtigen haben gehandelt und versagt! In der weitgehend ungebrochenen Herrschaftszeit von SPÖ und ÖVP ist offensichtlich keine Gelegenheit gewesen, um neben der materiellen Versorgung auch andere Elemente der gesellschaftlichen Verbesserungen anzugehen.

    Manche Argumente des Herrn Felber mögen interessant sein, aber ich halte es mit E.F. Schumacher, der im Vorwort zu seinem Werk „Die Rückkehr zum menschlichen Maß“ den Lehren von Kapitalismus und Kommunismus eine Absage erteilt. Seine Begründung: beide Lehren meinen, daß alle Probleme der Menschheit gelöst wären mit der gerechten Verteilung der Güter.

    Meine abschließende Bitte: Sie müssen die FPÖ nicht wählen und ihre Vertreter nicht schätzen. Aber versuchen Sie gleiche Maßstäbe auch an andere anzulegen. Keine Partei hat das perfekte Programm und alle haben neben guten auch sehr schwache Vertreter. Der Weg zu einer besseren Gesellschaft beginnt bei uns selbst!

    Ihr Helmut Krünes

    Meine Replik:

    Sehr geehrter Herr Krünes,

    ich habe keine Lösungen angeboten, sondern eine Analyse. Die Lösungen sind in einer globalisierten Welt leider überaus schwierig, nur Demagogen gaukeln uns vor, dass sie einfach wären.

    Was das Verhältnis der FPÖ zur Demokratie anlangt, so gehe ich davon aus, dass es in dieser Partei ebenso wie in jeder anderen auch die verschiedensten Strömungen gibt: einige von ihnen werden ein ungebrochenes Verhältnis zur Demokratie besitzen, andere weniger. Gerade in den höchsten Rängen der Partei war und ist dieses Verhältnis aber wohl eher gebrochen. Ich denke da zum Beispiel an einen gewissen Jörg Haider, der in seiner Kärtner Amtszeit Lehrer, die ihn zu kritisieren wagten, mit Prozessen überzog und auf diese Art dafür sorgte, dass in kurzer Zeit alle Kritik in Kärnten erstarb und geistige Todesstille wie im heutigen Russland herrschte (zumindest unter den Lehrern). Natürlich kann man auch in diesem Fall Demokratie sehr unterschiedlich verstehen. Gerhard Schröder tat dies zum Beispiel auf wahrhaft atemberaubende Weise, als er Putin einen lupenreinen Demokraten nannte…

    Dass die beiden Volksparteien sehr viele Fehler machten, steht außer Frage – deswegen konnte ja Ihre Partei, die FPÖ, solchen Rückhalt in der Bevölkerung gewinnen, aber in meinem Artikel habe ich zu betonen versucht, dass alles eine Frage der Perspektive ist. Wenn Sie den Lebenswandel selbst eines Heiligen unter der Lupe betrachten, finden Sie Tausende von Schönheitsfehlern, wenn Sie hingegen das ganz unheilige Land Österreich aus der Ferne mit den Augen unparteiisch-distanzierter Beobachter sehen, dann ist es ein reiches, gesegnetes, glückliches Land. Es kommt eben alles auf den jeweiligen Standpunkt an.

    Eines aber bleibt trotzdem war. Ihre Partei hat den Hass entdeckt, um damit Politik zu machen, das hat sich noch nie als vorteilhaft für ein Land erwiesen.

    Mit den freundlichsten Grüßen nach Wien

    Gero Jenner

  2. Prof. Dr. Christian Freilinger sandte per Mail folgende Anmerkung

    Besten Dank für Ihre so interessanten Beiträge, lb. Herr Dr. Jenner.

    Anbei sende ich Ihnen Zitate von Promis zu „Wirtschatsfeindliches Österreich“, die ich systematisch gesammelt habe. Ist schon bedrückend!!!

    Beste Grüße
    Chris Freilingr

  3. Juliana Kemmer schickte per Mail folgende Nachricht mit Bezug auf den Beitrag von Helmut Krünes:

    Lieber Gero,
    ich finde deinen Artikel äußerst spannend und treffend. Du hast einige Aspekte genau beleuchtet – und damit eigentlich unanfechtbar gemacht. Auf diese Argumente (Gemeinschaftsgefühl…) geht Krünes nicht ein, er spricht aber interessanterweise auch von „ausschließlich im Materiellem liegen(den)“ Werten – was die FPÖ auch aufgreifen sollte. Dass du aber genau das angesprochen hast, übergeht er. Außerdem sagt er nicht, welche Werte er denn für wichtig halten würde. Interessant auch: Krünes ist – wie die FPÖ insgesamt – wirtschaftsliberal. Da kann man doch auch sagen, dass sie den Wettbewerb, den grenzenlosen Kapitalismus favorisieren, oder nicht?
    Lieber Gero, ich bekomme grad meine Enkelkinder zur Aufsicht – wir sehen uns am Freitag,
    Juliana

  4. Joseph Meyer gab per Mail folgenden Kommentar ab:

    Hallo Herr Jenner,
    Sie haben viele kluge Gedanken nieder geschrieben.

    Ich glaube allerdings immer noch, dass die Menschen,
    und insbesondere die jungen Menschen, dank der
    menschlichen Intelligenz, noch so zu sagen „die Kurve
    kriegen werden“ … dass die großen, globalen Aufgaben
    nämlich Klima-Erhalt, Hunger- und Armutsbeseitigung,
    Erhalt der Umwelt und Artenvielfalt, usw. die Menschen zusammenbringen wird, und dass wir gemeinsam das Diktat des „1%“ überwinden werden. Die Erde beitet uns jedenfalls die Möglichkeiten. Bin ich in Bezug auf „den Mensch“ zu optimistisch, ich weiß es nicht.

    Ich teile übrigens nicht Ihre Ansicht, dass der Unfriede und die Unsicherheit der heutigen Zeit von Russland oder von China ausgehen. Meines Erachtens geht der „Unfriede“, das „Chaos“ in der Welt eindeutig von der „Clique“ in Washington aus, der so genannten „Elite“. Und die Politiker in der EU sind m.E. nur Befehlsempfänger dieser „Neue-Weltordnungs-Betreiber“ …

    mfg
    Joseph Meyer

  5. Richard Frankenberger äußerte sich per Mail mit folgenden Zeilen:

    Gratulation!

    Ein sehr profunder Text – besser kann man die gegenwärtige Situation nicht erzählen, bzw. beschreiben!

    Danke und liebe Grüße von der Südseite des Kulm!

    Richard

    Ps.: Darf man Deinen Text teilen?

  6. Dr. Anton Rainer gab per Mail den folgenden Kommentar:

    Sehr geehrter Herr Jenner,
    Sicher ist Wettbewerb ein wichtiger Faktor für wirtschaftliche Entwicklung, allerdings sollte man seine Bedeutung nicht übertreiben. Ohne Kooperation gibt es auch bei vollkommenstem Wettbewerb (was immer das ist) keine positive Entwicklung. Es ist immer die Frage, in welchem Ausmaß und auf welcher Ebene – Individuen, Haushalte, Unternehmen, Regionen, Staaten(bünde) – Wettbewerb günstig ist. In neoklassischen Modellen sind die Menschen als Wesen dargestellt, die miteinander insofern im Wettbewerb stehen, als sie unabhängig vom Nutzen anderer ihren eigenen Nutzen aus ihrem individuellen materiellen Konsum maximieren. Seltsamer Weise stellen sie in (einer festen Anzahl von) identen Firmen Produkte für ihren Konsum und für Investitionen her, was praktisch wohl nur bei Kooperation möglich ist.
    Derzeit scheint leider der Wettbewerb deutlich überbewertet. Die Wettbewerbsfähigkeit wurde zum obersten Ziel der EU erklärt, wobei das nicht nur gegenüber Drittstaaten, sondern auch zwischen den Mitgliedsstaaten gelten soll. Aus diesem Ziel werden dann meist unsoziale Maßnahmen abgeleitet oder Begründungen, warum diese oder jene sozialen oder ökologischen Maßnahmen nicht „gehen“. Zumindest auf zwischenstaatlicher Ebene scheint es mir wichtig, dass der Kooperation der Vorrang vor dem Wettbewerb eingeräumt wird.
    Mit besten Grüßen
    Anton Rainer

    Meine Replik:

    Sehr geehrter Herr Rainer,

    Sie haben vollkommen Recht damit, die Bedeutung der Kooperation hervorzuheben, und zwar gerade in einer Gesellschaft des Wettbewerbs. Es gibt Soziologen, die darauf hingewiesen haben, dass das ganze industrielle Projekt nie erfolgreich begonnen hätte, wenn nicht zu der Zeit, als die Arbeiter in der ersten Phase des Kapitalismus mehr oder minder verheizt worden sind, die menschliche Keimzelle der Familie noch einigermaßen intakt gewesen wären, so dass wenigstens diese Basis einer fraglosen Gemeinschaft erhalten blieb.
    Andererseits ist gerade heute die Familie unter Beschuss geraten, und zwar wesentlich eben auch durch Zwänge der Arbeitswelt, welche eine Flexibilität der Ortsveränderung etc. erfordern, die der Gemeinschaftsbildung eben durchaus nicht förderlich ist. Und denken Sie bitte auch, daran, dass Phänomene wie innerbetriebliches Mobbing eben auch eine Anheizung des Wettbewerbs bedeuten.
    Eine Gesellschaft des reinen Wettbewerbs ist gewiss nicht möglich – das wollte ich ja in meinem Artikel sagen -, aber unsere Zeit ist, wie mir scheint, sehr nahe an die Grenze menschlicher Belastbarkeit vorgerückt.

    Mit den freundlichsten Grüßen nach Wien

    Gero Jenner

  7. Franz Schiller meint dazu – in einer an mich gerichteten Mail:

    Lieber Herr Dr. Jenner,

    als angelsächsisch geprägter Österreicher sehe ich die Sache viel einfacher: Die große bedrückende Unsicherheit die viele Österreicher trotz objektiven Wohlstand befällt hängt in erster Linie nicht mit der echten Teilnahme an einem globalen Wettbewerb zusammen (denn den hat es für die überwiegende Mehrheit bis jetzt gar nicht gegeben) sondern damit, dass die Partizipation an den vermeintlich ewiges Glück schaffenden unfehlbaren staatlichen Systemen (durch unglaubliche Leistungen des Steuerzahlers am künstlichen Leben gehalten) plötzlich ins Wanken geraten ist. Die Mehrheit der vom Staat und seinen Berufspolitiker solchermaßen irrgeführter Einzelkämpfer ist damit Wehrlos und unvorbereitet den schon lange nicht mehr lokal Steuerbaren Entwicklungen ausgeliefert.

    Mit freundlichen Grüßen

    DI Franz Schiller
    Klosterneuburg

    Dazu meine Antwort:

    Lieber Herr Schiller,

    ich weiß nicht, ob Sie Recht damit haben, dass die Mehrheit der Österreicher dem Wettbewerb nie ausgesetzt war. Der österreichische Agrarsektor muss sich dem innereuropäischen Wettbewerb öffnen. Die Industrie kämpf gegen die ganze übrige Welt. Trotz des mit der Zeit immer härteren Wettbewerbs geht es den Österreichern auch heute noch gut – aber eben nur objektiv, nicht nach ihrer eigenen Einschätzung, denn der Wettbewerb fordert eine Flexibilität von der jungen Generation, die für viele die Gründung einer Familie schon nicht mehr ermöglicht – und überhaupt allen dauerhaften Beziehungen im Wege steht. Hinzukommt, dass nicht wenige Unternehmen das innerbetriebliche Mobbing, also die Auslese im Sinne des Wettbewerbs, für ihre Zwecke gefördert haben.

    Ich stimme Ihnen zu, wenn Sie meinen, dass die Österreicher vor allem darüber jammern, dass sie nicht mehr wie früher am üppigen staatlichen Milchbusen hängen. Das ist in er der Tat die einfachere Erklärung, denn man meckert und schimpft natürlich über das unmittelbar Sicht- und Erfahrbare und nicht über so abstrakte Befindlichkeiten wie Einsamkeit, innere Leere, Sinnlosigkeit, die von klugen Soziologen als zerstörerische Kollateralschaden eines ungehemmten Wettbewerbs benannt worden sind.

    Viele Grüße nach Klosterneuburg

    Gero Jenner

  8. Dr. Wolfgang Sternstein bezieht per Mail folgende Stellung:

    Lieber Herr Jenner,
    ich stimme Ihrer Analyse zu. Mein Kompliment nicht nur für die klare und leicht verständliche Darstellung, sondern auch für Ihren souveränen Umgang mit der deutschen Sprache.
    Inhaltlich folge ich jedoch Felber. Ich denke, er hat Recht: Wenn wir die Maxime der Kooperation durch Konkurrenz ersetzen, landen wir früher oder später dort, wo Sie uns in Österreich und Europa sehen. Wir könnten die Reihe auch fortsetzen mit Japan, den USA und Russland. Gibt es überhaupt noch eine Rettung vor dem „Terror der Ökonomie“, wie Viviane Forrester das Phänomen, das Sie beschreiben, nennt?
    Ich denke, ja es gibt ihn. Er besteht darin, die Konkurrenz durch Kooperation zu ersetzen. Zunächst auf individueller Ebene aufgrund der Einsicht, dass mein Reichtum, den ich im Konkurrenzkampf erwerbe, auf Kosten des Wohlstands der weniger „Tüchtigen“, d.h. weniger brutalen, rücksichtslosen, begabten, cleveren usw. Mitbewerber geht. Sollte sich diese Einsicht durchsetzen und dazu führen, dass Einzelne aus dem Rattenrennen“ ausscheiden und sich zu Gemeinschaften zusammenschließen (Lebensgemeinschaften, Bürgerinitiativen usw.), so würde das auch die höheren Ebenen der Gesellschaft verändern. Doch das braucht Zeit und die haben wir nicht mehr. Der Weg, den wir gehen führt direkt in den Untergang. Dennoch, jede Anstrengung, auf diesem Weg umzukehren, ist meiner Meinung nach nicht vergeblich, selbst wenn der Untergang dadurch nicht verhindert, sondern allenfalls verzögert werden kann.
    Mit freundlichem Gruß
    Dr. Wolfgang Sternstein

  9. Dietmar Wilberg schickte mir per Mail den folgenden Kommentar:

    Hallo Herr Dr. Jenner,

    es ist genug! Sie verstehen zwar, elegant mit der deutschen Sprache umzugehen, aber leider nicht die – durchaus berechtigten – Sorgen der achtsamen Menschen! Das nicht nur in Österreich… Eine unkoordinierte Multi-Kulti-Beglückung wie derzeit vor allem in D/AU, die kaum bis gar nicht Millionen integrationsunwillige und-fähige Menschen anschwemmt, ist wohl kaum Anlass für Freudensprünge eines arbeitsamen aber ebenso naiven Volkes. Jedoch anstatt genau hinzuschauen und hinzuhören – was leider auch unsere Berufspolitikerdilettanten komplett vermeiden –, ziehen auch Sie es vor, sofort „Hass“ zu unterstellen. Wie armselig und menschenfremd, Herr Dr. Jenner! Sie sollten vielleicht Ihren pseudointellektuellen Elfenbeinturm verlassen, die permanente Gesellschaft ähnlich tickender Akademiker meiden und sich mit dem realen Leben beschäftigen!? Wie auch immer, ich bitte Sie darum, mich ab sofort aus Ihrem Verteiler zu entfernen – danke!
    Ein lebenswertes Leben noch, wünscht Ihnen
    Dietmar Wilberg

    P. S. Variante 1 bei „Euroland in 2030“ kommt dem wahrscheinlichen Szenario am nächsten, der Rest ist bestenfalls Wunschdenken und unterschlägt die Auswirkungen der massiven, direkt vor uns liegenden Verwerfungen, resultierend aus der Zerstörung des Fiat-Money-Systems und der westlichen Kriegstreiberei gegen Russland und China!

  10. Von Frau Dr. Gabriele Matzner-Holzer, ehemalige österreichische Botschafterin in Bratislava, Tunis und London, erhielt ich per Mail folgende Nachricht:

    danke, da ist vieles dran!
    Was den Populismus betrifft, wird er heutzutage, eigentlich immer, dem politischen Gegner vorgeworfen, auch, ja insbesondere von jenen, die ihn selbst betreiben (aktuell etwa S. Kurz).
    alles Gute
    G. Matzner

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