Natur und Kultur – warum wir das Fremde lieben und Migration trotzdem ein Problem ist

(auch erschienen in: Tichys Einblick)

Natur und menschliche Gleichheit

Bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts glaubte Europa der Mittelpunkt der Welt nicht nur im Hinblick auf Fortschritt und Macht zu sein, sondern auch im Hinblick auf seine Menschen, mit deren Hilfe es diesen Fortschritt und diese Machstellung errungen hatte. Es herrschte die Überzeugung, dass seine Menschen von Natur aus der restlichen Menschheit weit überlegen seien. In pseudowissenschaftlicher Art konnte Hitler diesen Glauben noch auf dem Fundament des Darwinismus begründen, denn Darwin hatte vom Überleben der Tüchtigsten keineswegs nur in Bezug auf die Tierwelt gesprochen.*1* So war es von Darwins Lehre denn auch nur ein sehr kurzer Weg, um zu einem Sozialdarwinismus zu gelangen, der die tüchtigsten Rassen mit der Aufgabe betraute, die weniger Tüchtigen der eigenen Herrschaft zu unterwerfen. Natur und Kultur – warum wir das Fremde lieben und Migration trotzdem ein Problem ist weiterlesen

Gewalt gegen Gewalt gegen Gewalt?

Friedrich Müller-Reißmann, ein lieber Freund, der nach einem Schlaganfall zwar nur noch einen Arm bewegen kann, aber mit unverminderter Hellhörigkeit für die Misstöne unserer Zeit weiterhin gegen geistige Trägheit und Unwissenheit schreibt, antwortet auf einen Brief von MarieLuise Beck (Abgeordnete für die Grünen im Deutschen Bundestag), in welchem diese sich ausdrücklich zur Anwendung von Gewalt bekennt, nachdem sie früher irrtümlich eine Pazifistin gewesen sei. Gewalt gegen Gewalt gegen Gewalt? weiterlesen

Der Mythos der Geldschöpfung (durch die Geschäftsbanken)

(auch erschienen in fbkfinanzwirtschaft und "scharf-links")

Was den Umfang von Krediten betrifft, die das Geschäftsbankensystem angeblich zu „schaffen“ vermag, so stößt man auf die abenteuerlichsten Vorstellungen. Ich spreche nicht von bloßen verbalen Ungenauigkeiten, die auf unklaren Definitionen beruhen. Wenn ich einen Kredit (bzw. die ihm entsprechende Spareinlage) genauso unter der Bezeichnung Geld subsumiere wie das von einer Notenbank geschaffene Münz- oder Papiergeld, dann sind Geschäftsbanken in der Tat die Produktionsstätten für Unsummen „geschöpften Geldes“, denn bei ihnen fließen die Einlagen der Sparer zusammen, und sie sind es, die diese als Kredite weitergeben. Das Notenbankgeld macht dann nicht mehr als einen verschwindenden Bruchteil des in der Wirtschaft insgesamt vorhandenen „Geldes“ aus. Der Mythos der Geldschöpfung (durch die Geschäftsbanken) weiterlesen

Geldschöpfung

In einem Artikel der Börsenzeitung vom 4. Juni 2011 äußert sich Prof. Dr. Peter Bofinger, Mitglied des deutschen Sachverständigenrates (einer der sogenannten Wirtschaftsweisen), zur Griechenlandkrise und lässt nebenbei eine Bemerkung fallen, die in gewissen Köpfen wie eine Bombe einschlagen wird. Er sagt nämlich „[Geschäfts-]Banken können so lange uneingeschränkt Kredite schöpfen, wie sich das angesichts des Leitzinsniveaus noch rechnet… Das hat nichts mit dem Lehrbuch-Modell zu tun, wo Banken nur dann Kredite vergeben, wenn sie zufällig eine Einlage durch einen Sparer bekommen oder wenn ihnen die Notenbank am Geldmarkt eine Anleihe abkauft.“ Geldschöpfung weiterlesen

Die Causa Hörmann-Pregetter – Karl-Theodor zu Guttenberg lässt grüßen

(auch erschienen in fbkfinanzwirtschaft)

Die beiden Wiener Autoren, Franz Hörmann, seines Zeichens Professor für Revisionswesen an der Wirtschaftsuniversität, und Otmar Pregetter, ein Unternehmensberater und Statistiker, haben ein in jeder Hinsicht herausforderndes Buch geschrieben: „Das Ende des Geldes“. Das ist weitgehend eine Anthologie des Bösen. Auf über zweihundert Seiten zählen die Autoren die Untaten, Konstruktionsfehler bis hin zu den Verbrechen des Kapitalismus auf. Die Causa Hörmann-Pregetter – Karl-Theodor zu Guttenberg lässt grüßen weiterlesen

Falsche Propheten

Unser Zeitalter ist bekanntlich eines der Wissenschaften. Vom Handy über die Stromversorgung bis zur Antibabypille – alles Dinge, die wir der Forschung verdanken – werden Gesellschaft und Alltagsleben von Wissenschaft beherrscht und geprägt. Nur die Wissenschaft der Ökonomie bildet dazu einen seltsamen Kontrast. Warum wissen die Ökonomen so wenig von der Wirtschaft, die doch ihr Forschungsgegenstand ist? Der damals renommierteste Ökonom der Vereinigten Staaten, Irving Fisher, war ein falscher Prophet, noch September 1929, kurz vor dem einen Monat später erfolgenden Börsencrash, hat er wörtlich behauptet, die Aktienkurse würden sich von nun an dauerhaft auf hohem Niveau bewegen (stock prices had reached a permanently high plateau). Falsche Propheten weiterlesen

Schnibben entdeckt die Unterwelt

Essay »Die Überflüssigen« von Cordt Schnibben

Dass es die da oben und die da unten gibt, ist wahrlich nicht neu. Es kann gar nicht anders sein, wenn die Gesellschaft besondere Leistungen und Talente mehr als andere belohnt. Sich in diesen mehr als andere auszuzeichnen, läuft per definitionem eben darauf hinaus, dass diese anderen auf der gesellschaftlichen Skala tiefer gereiht sein werden. Auch in einer Gesellschaft perfekter Chancengleichheit kann es nicht anders sein. Die Sache von oben und unten lässt sich also grundsätzlich kaum vermeiden. Schnibben entdeckt die Unterwelt weiterlesen