Der aufhaltsame Vormarsch der Demokratie

Auszug aus meinem noch in diesem Monat erscheinenden Buch »Eine Welt – kein Turmbau zu Babel“

Whereas democracies assume that everyone is fallible, in totalitarian regimes the fundamental assumption is that the ruling party or the supreme leader is always right. Harari

What defines a system as ‘democratic’ is only that its centre doesn’t have unlimited authority and that the system possesses robust mechanisms to correct the centre’s mistakes. Harari

Die Wissenschaften von der Natur sind prinzipiell allen Menschen zugänglich. Wissen wird nicht vererbt, es muss durch eigene Anstrengung erworben werden. Insofern war Wissenschaft und war die Aufklärung von Anfang an demokratisch. Dennoch geht die Demokratie als politische Regierungsform keinesfalls zwangsläufig aus den Forderungen der Aufklärung hervor. Sollen Wissen und Können an die Stelle von Privilegien treten, dann kann man sehr wohl der Meinung sein, dass die Staatsführung grundsätzlich in keine anderen Hände als die von ausgebildeten Experten gehört. Aufgrund dieser Voraussetzung ist es nicht verwunderlich, dass führende Köpfe der europäischen Aufklärung wie Montesquieu, Locke, Voltaire, Hume, Rousseau oder Kant sehr verschiedene Meinungen zu diesem Thema hatten. Zum Beispiel Rousseau: seine „Volonté générale“ war nie mehr als ein intellektuelles Konstrukt, in der Wirklichkeit nur anzutreffen, wenn Volksmassen durch Demagogen verhetzt worden sind. Und nicht zu vergessen: Mehr als zweitausend Jahre zuvor hatte kein Geringerer als Plato die Meinung vertreten, dass die Lenkung eines Staates nur in den Händen der Wissenden – der Philosophen – liegen dürfe. Dabei orientierte er sich bekanntlich an Sparta, einer Militärdiktatur.

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Democracy – a reversibel Progress

Excerpt from my book “One World! – Why the rise and fall of Great Powers musst come to an end” published in German but not yet available in English.

Whereas democracies assume that everyone is fallible, in totalitarian regimes the fundamental assumption is that the ruling party or the supreme leader is always right. Harari

What defines a system as ‘democratic’ is only that its centre doesn’t have unlimited authority and that the system possesses robust mechanisms to correct the centre’s mistakes. Harari

The sciences of nature are fundamentally accessible to all humans. Knowledge is not inherited; it must be acquired through individual effort. In this regard, science and enlightenment were inherently democratic from the beginning. However, democracy as a political form of governance does not necessarily arise from the demands of enlightenment. If knowledge and skills are to replace privileges, we may well argue that the leadership of the state should be in no other hands than those of educated experts. Given this premise, it is by no means surprising that leading figures of the European Enlightenment, such as Montesquieu, Locke, Voltaire, Hume, Rousseau, or Kant, widely differed as to their opinions on this matter. For instance Rousseau: his “volonté générale” was never more than an intellectual construct, only to be found in the real world when the masses are incited by demagogues. And let’s not forget: more than two thousand years earlier, none other than Plato had expressed the opinion that the governance of a state should be in the hands of the knowledgeable —  the philosophers as he called them. In doing so, he was inspired by Sparta, a military dictatorship.

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Trump’s Mission MASA

Except for a few memorial plaques and an equestrian statue of Genghis Khan, nothing in the rather bleak city of Ulaanbaatar reminds us that this remote corner of the world was once the center of the earth, back when the Mongols‘ world domination spanned almost the entire Eurasian continent – from China to Persia and Iraq to Russia. And anyone who visits little Austria today, a sleepy country nestled in the mountains, would find it hard to imagine that Vienna ruled over a multinational state for centuries. What shall we, finally, say about England, the predominant industrial power until a little over a hundred years ago, which at its peak was ruling over several continents? Today it has lost almost all of its once illustrious industries. England would be a poorhouse without its still vibrant financial sector and the oil off its shores. Sic transit gloria mundi!

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Trumps Mission MASA

Außer ein paar Gedenktafeln und einer Reiterstatue von Dschingis Khan erinnert in der eher trostlosen Stadt Ulaanbaatar nichts daran, dass dieser abgelegene Flecken einst der Mittelpunkt der Erde war, damals als die Weltherrschaft der Mongolen nahezu den ganzen eurasischen Kontinent umspannte – von China über Persien und den Irak bis nach Russland. Und wer heute dem kleinen Österreich inmitten der Berge seinen Besuch abstattet, vermag sich schwerlich vorzustellen, dass Wien jahrhundertelang über einen Vielvölkerstaat herrschte. Was soll man da noch über England sagen, dass bis vor etwas mehr als hundert Jahren die vorherrschende Industriemacht war, auf seinem Höhepunkt mehrere Kontinente zugleich regierend? Heute hat es nahezu alle seine großen Industrien verloren. Es wäre ein Armenhaus, wäre ihm nicht der Finanzsektor und das Öl vor seinen Küsten verblieben. Sic transit gloria mundi!

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FALTER, SPIEGEL and Nord Stream 2 – what about the quality of Western “quality media”?

Up to the present day, no authority exists that we could call upon to define once and for all the quality of quality media. It is possible, however, to make comparisons among existing media. FALTER, SPIEGEL and Nord Stream 2 – what about the quality of Western “quality media”? weiterlesen

FALTER, SPIEGEL und Nord Stream 2 – wie steht es um die Qualität der Qualitätsmedien?

Bis heute gibt es keine Instanz, die dazu berufen wäre, die Qualität von Qualitätsmedien eindeutig und ein für alle Mal zu definieren. Es existiert kein absoluter Kanon, der uns dafür die Richtlinien liefern könnte. Sehr wohl lassen sich aber Vergleiche unter existierenden Medien anstellen. FALTER, SPIEGEL und Nord Stream 2 – wie steht es um die Qualität der Qualitätsmedien? weiterlesen

The fuse is fizzling. It will not get extinguished, even if the world survives the war in Ukraine and the threat to Taiwan

Nancy Pelosi did not have to visit Taiwan. By doing so, she has put the American president in a difficult position. The fuse is fizzling. It will not get extinguished, even if the world survives the war in Ukraine and the threat to Taiwan weiterlesen

Die Lunte zischt. Sie wird nicht wieder verlöschen, selbst wenn die Welt den Krieg in der Ukraine und die Bedrohung Taiwans übersteht

Nancy Pelosi hätte Taiwan nicht besuchen müssen. Sie hat den amerikanischen Präsidenten damit in eine schwierige Lage gebracht. Einen militärischen Überfall auf die Insel würden die USA nicht dulden, so die explizite Drohung Joe Bidens. Jetzt aber hat China den ersten Schritt zu einem solchen Überfall vollzogen, indem es die Insel mit einem militärischen Manöver einkesselte. Die Lunte zischt. Sie wird nicht wieder verlöschen, selbst wenn die Welt den Krieg in der Ukraine und die Bedrohung Taiwans übersteht weiterlesen

Friends and Foes – German (Self)Righteousness

It happens that sharp-eyed psychologists are amazed at how similar people, e.g. men and women, can become when they are together for years, e.g. in a marriage. Malicious voices even claim that such similarity may frequently be observed between a dog and its master (mistress). Both then seems to become each others strange counterfeits. We need not find this surprising: a close coexistence inevitably leads to an alignment of habits, views, preferences, and antipathies – otherwise a close coexistence would not come about in the first place. Friends and Foes – German (Self)Righteousness weiterlesen

Freunde und Feinde – Deutsche (Selbst)Gerechtigkeit

Immer wieder erstaunt der scharfblickende Psychologe, wie ähnlich sich Menschen, beispielsweise Männer und Frauen, werden, wenn sie – etwa in einer Ehe – Jahre miteinander verbrachten. Böse Stimmen behaupten sogar, dass solche Ähnlichkeit nicht selten zwischen Hund und Herrchen (Frauchen) zu beobachten sei. Der eine scheint dann zu einem Abbild des anderen zu werden. Überraschend müssen wir das keineswegs zu finden: ein enges Miteinander führt zwangsläufig zu einer Angleichung von Gewohnheiten, Ansichten, Vorlieben und Antipathien – andernfalls käme ein enges Miteinanderleben von vornherein nicht zustande. Um es mit noch größerer Allgemeinheit zu sagen: menschliche Kultur ist Ausdruck von kollektiver Uniformierung auf höchstem Niveau. Von der Sprache bis zur Ästhetik des Alltags und den gängigen Ansichten über das Leben haben Menschen zu einem gemeinsamen Fundus von Denken und Handeln gefunden, der sie von anderen Völkern und Kulturen auf sichtbare Art unterscheidet.

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The Fires spewed by the Dragon – How Tradition Lives on in China

Notes on the China book by Desmond Shum (Red Roulette: An Insider’s Story of Wealth, Power, Corruption, and Vengeance in Today’s China)

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Die Feuer, die der Drache speit – wie die Tradition in China weiterlebt

Anmerkungen zum China-Buch von Desmond Shum (Red Roulette: An Insider’s Story of Wealth, Power, Corruption, and Vengeance in Today’s China)

Von Lumpen zum Luxus: in den vergangenen drei Jahrzehnten erlebte China den Aufstieg einer breiten Schicht von kommunistischen Neureichen, deren Konsumsucht noch überschreitet, was man bisher von westlichen Kapitalisten kannte. Die Feuer, die der Drache speit – wie die Tradition in China weiterlebt weiterlesen