{"id":3218,"date":"2019-11-02T14:42:40","date_gmt":"2019-11-02T13:42:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gerojenner.com\/wp\/?p=3218"},"modified":"2020-02-16T15:05:12","modified_gmt":"2020-02-16T14:05:12","slug":"der-techniker-und-der-poet-wuetendes-streitgespraech-halbherzige-versoehnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerojenner.com\/wp\/der-techniker-und-der-poet-wuetendes-streitgespraech-halbherzige-versoehnung\/","title":{"rendered":"Der Techniker und der Poet &#8211; w\u00fctendes Streitgespr\u00e4ch, halbherzige Vers\u00f6hnung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Techniker denkt, der Poet l\u00e4sst auch die Gef\u00fchle sprechen, oft sind es freilich&nbsp;<em>nur<\/em>&nbsp;die Gef\u00fchle, ohne dass ihm das Denken dabei die n\u00f6tige Hilfe leistet.<!--more--> Der Techniker dagegen nimmt kein Blatt vor den Mund: Er dr\u00e4ngt dem Poeten recht schonungslos seine Meinung auf. Dessen Ansichten w\u00fcrden in unserer Zeit wenig z\u00e4hlen &#8211; zweifellos werde der Ernst des Lebens von Wissenschaft und Technik bestimmt. Sie h\u00e4tten die Welt vermessen und es \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glicht, dass demn\u00e4chst zehn Milliarden Menschen statt wie noch vor zwei Jahrhunderten nur eine einzige den Planeten bev\u00f6lkern werden. Ihr seid nur Zuschauer, w\u00e4hrend man uns, die Techniker, daf\u00fcr bezahlt, dass wir die Maschinerie der Daseinserhaltung f\u00fcr die wachsende Menschenflut planen und am Laufen halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Poet<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(worunter wir uns die Kunst insgesamt vorstellen sollten) fasst seine Aufgabe ganz anders auf. Er versucht dem menschlichen Leben einen Sinn zu geben, wenn er nicht umgekehrt dessen fehlenden Sinn beklagt. In der Regel begegnen sich Techniker und Poet mit gr\u00f6\u00dftem gegenseitigen Unverst\u00e4ndnis. Sie repr\u00e4sentieren die &#8222;Zwei Kulturen&#8220;, von deren gegenseitiger Entfremdung schon C. P. Snow gegen Ende der f\u00fcnfziger Jahre geschrieben hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Machtergreifung der Technokraten &#8211; denn so muss man ihren Aufstieg eigentlich beschreiben &#8211; ist eine historische Neuheit. Grob gesprochen, datiert sie von Aufkl\u00e4rung und Industrieller Revolution, ist also keine dreihundert Jahre alt. Atemberaubend ist allerdings ihr Erfolg. Inzwischen haben die Wissenschaft und ihre materiellen Erzeugnisse wachsenden Teilen der Weltbev\u00f6lkerung einen Lebensstandard beschert, wie er schlechthin einzigartig in der Geschichte ist. Kein Wunder, dass die technischen Weltvermesser und Weltverbesserer mittlerweile \u00fcberall auf dem Planeten den Ton angeben, w\u00e4hrend der Poet &#8211; und mit ihm die Kunst insgesamt &#8211; bei vielen nur noch als Zugabe gilt: als blo\u00dfes Freizeitvergn\u00fcgen, das f\u00fcr den Ernst des Lebens doch eher entbehrlich sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die wissenschaftlichen Vertreter des Optimismus,<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">zu dessen Frontk\u00e4mpfern zweifellos der US-amerikanische Kognitionswissenschaftler Steven Pinker geh\u00f6rt, bestehen darauf, dass es der heutigen Menschheit um vieles besser gehe als ihren s\u00e4mtlichen Vorfahren bis hin zu J\u00e4gern und Sammlern. Lebenserwartung, Gesundheit, Ern\u00e4hrung, ja selbst Verbrechensrate und kriegsbedingte Mortalit\u00e4t h\u00e4tten sich eindeutig zum Besseren gewandelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch das beginnt sich seit Ende des vergangenen Jahrhunderts zu \u00e4ndern. Etwa seit dieser Zeit haben die Techniker eine neue Aufgabe zu bew\u00e4ltigen, die ihr Ansehen durchaus nicht erh\u00f6ht, sondern es auf Dauer stark zu besch\u00e4digen droht. Hatte der Soziologe Ulrich Beck in den achtziger Jahren noch von der modernen Risikogesellschaft gesprochen, so sind die Risiken inzwischen l\u00e4ngst Realit\u00e4t geworden.&nbsp;Heute sind Wissenschaft und Technik in zunehmendem Ma\u00dfe damit besch\u00e4ftigt,&nbsp;<em>die katastrophalen, weitgehend unvorhergesehenen Folgen der Technik in den Griff zu bekommen<\/em>. Sp\u00e4testens seit der Klimakrise leben wir alle in einer &#8222;<em>Reparaturgesellschaft<\/em>&#8222;: Was der Fortschritt verdorben hat, soll der Fortschritt nun reparieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist fraglich, ob das gelingen wird. Von vielen wird der Klimawandel bereits als unabwendbares Faktum stillschweigend hingenommen, zumal solange er &#8222;nur&#8220; die Staaten des S\u00fcdens sch\u00e4digt. Aber der Klimawandel bezeichnet nur eine der auf die Menschheit zukommenden Reparaturen; eine andere ist der rasante Ressourcenverbrauch, der schon in den &#8222;Grenzen des Wachstums&#8220; als Menetekel gedeutet wurde. Er hat das \u00f6konomisch-milit\u00e4rische Wettrennen der Nationen beschleunigt, das uns direkt in den Abgrund zu f\u00fchren droht. Als w\u00e4re das nicht schon genug, m\u00fcssen wir der Verseuchung der Meere mit Plastik ein Ende machen; der zunehmenden Degradierung der B\u00f6den durch die industrielle Landwirtschaft; der weltweiten Zerst\u00f6rung der W\u00e4lder, der rasanten Vernichtung der Arten und dem globalen Wachsen der M\u00fclldeponien &#8211; wir alle kennen das bis zum \u00dcberdruss! All das sind die Manifestationen eines &#8222;Fortschritts&#8220;, den die Zauberlehrlinge der Technik entfesselt haben, aber immer weniger zu beherrschen imstande sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da ist es nicht erstaunlich, wenn&nbsp;<em>die Frage nach dem Sinn<\/em>&nbsp;&#8211; dem Sinn von Technik und Fortschritt &#8211; jetzt wieder in herausfordernder Weise gestellt wird. Auf einmal ist es der totgeglaubte Poet, auf den wir in solchen Momenten von Neuem h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Poet:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr, die Techniker, seid im Begriff, den Planeten &#8211; die einzige Wohnst\u00e4tte, die wir haben &#8211; auszuschlachten und unbewohnbar zu machen, denn ihr habt euch zu Sklaven einer Sucht gemacht, die inzwischen die ganze Menschheit erfasst: eine Sucht, die schon Mahatma Gandhi auf eine einfache Formel brachte. &#8222;Die Welt hat genug,&#8220; sagte er, &#8222;f\u00fcr jedermanns Bed\u00fcrfnisse, aber nicht f\u00fcr jedermanns&nbsp;Gier&#8220;. Diese Gier habt ihr von Europa aus auf den gesamten Globus getragen. Heute wollen alle ein eigenes Wasserklosett besitzen, nat\u00fcrlich \u00fcber ein eigenes Auto verf\u00fcgen und sich m\u00f6glichst noch einen Flug ins n\u00e4chstgelegene Urlaubsparadies leisten. Alle &#8211; unabh\u00e4ngig ob sie politisch rechts oder links eingestellt sind &#8211; streben nach dem jeweils h\u00f6chsten Lebensstandard, den sie bei ihren Nachbarn bewundern. L\u00e4ngst streiten sie nicht mehr \u00fcber den luxusbedingten Ressourcenverschlei\u00df an sich, sondern nur dar\u00fcber wie er gerecht verteilt wird, damit ihn jeder auch noch in Gr\u00f6nland und Neuguinea genie\u00dfen kann. Noch konzentrieren sich Reichtum und die dazu n\u00f6tige Ausbeutung des Planeten zwar auf die Staaten des Westens, aber schon in zwei, drei Jahrzehnten k\u00f6nnte der Ferne Osten an uns vor\u00fcbereilen. Haben dann endlich ganz Asien und der gesamte afrikanische Kontinent das von allen erstrebte Ziel erreicht, wird die Menschheit nicht weniger als&nbsp;<em>f\u00fcnf bis zehn Globen verbrauchen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr Techniker solltet aber am besten wissen, was das bedeutet, denn das Rechnen ist ja eure gr\u00f6\u00dfte Leidenschaft. Das ganze Fortschrittsgeb\u00e4ude wird wie ein Kartenhaus kollabieren, weil wir eben leider nur \u00fcber einen einzigen Globus verf\u00fcgen. Was bleibt den Staaten dann anderes \u00fcbrig, als in Raubkriegen um die letzten Ressourcen einander zu \u00fcberfallen? Der &#8222;American Way of Life&#8220; ist, wie wir wissen, durchaus &#8222;nicht verhandelbar&#8220; &#8211; und das gilt nat\u00fcrlich ganz genauso f\u00fcr den japanischen, den chinesischen, den europ\u00e4ischen und so weiter. Niemand &#8211; am wenigsten Prof. Pinker, der Optimist aus Prinzip &#8211; regt sich dar\u00fcber auf, dass der Globus mittlerweile wie eine Zitrone ausgequetscht wird, damit wir uns weiterhin am t\u00e4glichen Zivilisationsluxus erfreuen. Doch wehe dem, der es wagt, uns diesen Luxus wegzunehmen oder ihn auch nur zu schm\u00e4lern! Wenn das geschieht, erheben alle ein m\u00f6rderisches Geschrei, dann gehen die Menschen auf die Barrikaden und sind bereit, Kriege f\u00fcr den weiteren &#8222;Fortschritt&#8220; und gegen die Terroristen zu f\u00fchren, die ihn bedrohen. Dann werdet ihr darauf bestehen, &#8222;Europa auch am Hindukusch zu verteidigen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Techniker:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lieber Dichter und Romantiker, auf derartige Vorw\u00fcrfe brauche ich wohl kaum einzugehen &#8211; mit uns, den Technikern, haben sie doch \u00fcberhaupt nichts zu tun. Wir f\u00fchren nur aus, was die Politik von uns verlangt &#8211; und die Politik richtet sich ihrerseits nach den Menschen, andernfalls h\u00e4lt sie sich nicht lang an der Macht. Die demokratische Mehrheit ist der wirkliche K\u00f6nig &#8211; und dieser K\u00f6nig ist zugleich Opfer und Protagonist der Gier. Oder hast du nicht begriffen, dass der durchschnittliche Konsument s\u00fcchtig nach den jeweils neuesten Modellen und Produkten in den gro\u00dfen Kaufm\u00e4rkten ist? Er ist es doch, der kauft und wieder kauft. Und er ist es auch, der den ganzen Firlefanz nach ein- oder zweimaligem Gebrauch bedenkenlos auf den M\u00fcll expediert, kaum dass ihn eine gr\u00f6\u00dfere Neuheit lockt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, ja, ich wei\u00df schon, dass eine gewaltige Reklameindustrie ihrerseits dazu beitr\u00e4gt, diese Sucht anzuheizen, aber da geht es doch allein um den Gewinn konkurrierender Konzerne! F\u00fcr die Wunderwerke unserer Technik braucht man den Durchschnittskonsumenten nicht zu begeistern. Vor den Konsumtempeln steht er Schlange, um den Produzenten die neuesten Handys und Computer aus der Hand zu rei\u00dfen. Und Billigfl\u00fcge in den S\u00fcden braucht man ihm auch nicht aufzuschwatzen &#8211; der Tourismus ist zu einer Massenindustrie geworden, weil die Leute sich in ihrer Freizeit am\u00fcsieren wollen. Das Auto aber hat als fetischistisches Symbol l\u00e4ngst die G\u00f6tzen und das goldene Kalb fr\u00fcherer Zeiten abgel\u00f6st. Die Leute sind doch alle darauf versessen, selbst wenn sie Stunden im t\u00e4glichen Stau zubringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also bitte, gebt nicht uns, den Technikern, die Schuld an dem Luxuskonsum. Wir alle sind Konsumenten, wir alle haben die Sch\u00f6ne Neue Welt der Wegwerfgesellschaft geschaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und noch etwas solltet ihr hoffnungslosen Sozialromantiker wissen. Nicht Tr\u00e4gheit und doppelte Moral &#8211; die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen &#8211; halten die B\u00fcrger im Korsett der Konsumsucht gefangen, sondern die moderne Wirtschaft hat den Luxuskonsum und die Wegwerfmentalit\u00e4t zu ihrer Grundlage und Existenzbedingung gemacht. Als Konsumenten&nbsp;<em>m\u00fcssen wir kaufen &#8211; wir sollen wegwerfen und neuerlich kaufen<\/em>, damit wir als Angestellte, Arbeiter, Forscher, Ingenieure und Erfinder in einem fort produzieren k\u00f6nnen. Wir produzieren aber, damit wir Einkommen beziehen. Und, siehst du, hier schlie\u00dft sich der Kreis, denn die Einkommen beziehen wir ja einzig, um etwas mit ihnen zu kaufen. Nat\u00fcrlich verfolgt der j\u00e4hrliche Kampf zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern um die Erh\u00f6hung der Einkommen keinen anderen Sinn als denjenigen, dass die B\u00fcrger mit jedem Jahr ihren Luxuskonsum um weiteren Luxus steigern. Man nennt das &#8222;Wachstum&#8220;, und, wie du wei\u00dft, schreien s\u00e4mtliche Regierungen der Welt im Namen ihrer B\u00fcrger nach dieser Wunderdroge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und jetzt noch ein kleines Wort speziell zu euch, die ihr von euren Wolkenschl\u00f6ssern hochm\u00fctig auf uns herabblickt.&nbsp;Reichlich naiv seht ihr dar\u00fcber hinweg, dass doch gerade ihr von jeher die Nutznie\u00dfer des materiellen Fortschritts und Wohlstands seid. Hat sich Kunst jemals in Zeiten von Not und D\u00fcrftigkeit entfaltet? Wo findet man so viele Theater und Opernh\u00e4user, so viele \u00f6ffentliche Konzerte, Museen und Dichterlesungen wie in Deutschland (Navid Kermani)? Aber Deutschland kann sich diesen Luxus nur deshalb leisten, weil es eines der reichsten L\u00e4nder ist. Nur weil wir, Wissenschaftler und Techniker, innerhalb von drei Jahrhunderten die Hungersn\u00f6te beseitigten, die Seuchen unterdr\u00fcckten, die Naturgewalten b\u00e4ndigten, die bis dahin regelm\u00e4\u00dfig ganze Bev\u00f6lkerungsteile niederm\u00e4hten, f\u00fchren immer mehr Menschen ein gesichertes Leben, das ihnen genug Freizeit und Freiheit beschert, um die \u00d6ffentlichkeit mit einer wahren Sintflut verr\u00fcckter Einf\u00e4lle zu konfrontieren, die ihnen als &#8222;Kunst&#8220; erscheinen. Heute gibt es auf dem Globus mehr Technik und Wissenschaft als jemals zuvor, aber gerade deswegen gibt es auch mehr von jenen verr\u00fcckten Einf\u00e4llen, die man uns unter dem Namen der Kunst pr\u00e4sentiert. Gerade ihr h\u00e4ngt doch von Technik und Fortschritt ab &#8211; selbst dann noch, wenn ihr eure Stimme hochm\u00fctig gegen uns erhebt. Und, bitte, man wei\u00df doch, wie lauthals gerade ihr zu schreien beginnt, wenn man euch die j\u00e4hrlichen Subventionen k\u00fcrzt!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Poet macht eine saure Miene,<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">dann sch\u00fcttelt er missbilligend seinen Kopf. Wie typisch engstirnig diese Sicht aus rein technischer Perspektive, die doch ebenso oberfl\u00e4chlich wie falsch ist. Der Mensch lebt vom Sinn, den er seinem Leben zu geben vermag. Zerf\u00e4llt der Sinn, dann verk\u00fcmmern selbst technisch hoch entwickelte Zivilisationen, wie wir beispielhaft im R\u00fcckblick auf das Schicksal des hochzivilisierten r\u00f6mischen Reichs erkennen. Heute bedroht uns eine \u00e4hnliche Entwicklung, weil wir zwar materiellen Reichtum im \u00dcberfluss besitzen, aber der Sinn uns abhandenkommt. Immer mehr Erfindungskraft und Energie m\u00fcssen wir daran verschwenden, den &#8222;Fortschritt&#8220; zu reparieren, damit er uns nicht in den Abgrund f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Auf einmal scheint der Poet nachdenklich geworden zu sein,<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">so als h\u00e4tte er die Gegenwart des Technikers vergessen und w\u00fcrde ein Selbstgespr\u00e4ch f\u00fchren:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lass mich noch etwas anderes sagen. Was seit drei Jahrhunderten mit uns geschieht, betrifft nicht nur den Wandel der materiellen Lebensgrundlagen, es betrifft nicht nur unser physisches Sein, das der Fortschritt zuerst auf spektakul\u00e4re Weise gebessert hat, w\u00e4hrend ihr jetzt damit besch\u00e4ftigt seid, die klaffenden Wunden des Fortschritt zu reparieren<em>.<\/em>&nbsp;Dieser Wandel betrifft neben unser physischen ebenso auch unsere psychische Existenz. <em>Wir sind nicht nur eine Reparaturgesellschaft geworden, was den materiellen Fortschritt betrifft, sondern wir m\u00fcssen inzwischen auch noch die Seele des Menschen reparieren<\/em>, denn diese wurde mindesten ebenso stark besch\u00e4digt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich wei\u00df, dass du mich nicht auf Anhieb begreifen wirst, aber du wirst nicht bestreiten, dass Technik und Kunst ganz verschiedenen G\u00f6ttern gehorchen. Die Techniker richten sich nach Naturgesetzen, nur die Kunst genie\u00dft Freiheit. Du wirst nicht bezweifeln, dass die Naturgesetze in China, in der Mongolei und in Deutschland absolut ein und dieselben sind. Daher gibt es auch keine chinesische, mongolische oder deutsche Physik oder Chemie &#8211; alle Staaten auf der Welt fabrizieren Autos, Flugzeuge und Bomben aufgrund weltweit identischer Formeln. Als Techniker gehorcht ihr der Notwendigkeit, die euch die \u00fcberall gleiche Natur auferlegt. Ihr kennt keine Freiheit, weil euch die Natur ihre Gesetze diktiert. Notwendigkeit &#8211; das ist eure Wahrheit: die einzige, die ihr kennt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Poet aber bedient sich \u00fcberall auf der Welt seiner jeweils eigenen Sprache, er findet andere Gleichnisse, erdichtet andere Stories, lebt in anderen Traditionen. Er erschafft seine eigene Wahrheit, die er nicht findet, sondern die er&nbsp;<em>erfindet<\/em>, denn sie existiert nicht au\u00dferhalb von ihm selbst, sondern er sch\u00f6pft sie aus seinem Inneren. Wir, Poeten, schaffen aus Freiheit, dem kostbarsten Gut des Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Techniker:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oh ja sicher! Da bin ich einverstanden, nur dass ich den Sachverhalt doch etwas weniger romantisch sehe. Ich wei\u00df schon, der Unterschied zwischen Notwendigkeit und Freiheit pr\u00e4gt das Weltbild der Neuzeit seit Aufkl\u00e4rung und Industrieller Revolution. Von meinem, dem Standpunkt des Technikers aus gesehen ist das, was du Freiheit nennst, gleichbedeutend mit Zufall oder Beliebigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nehmen wir das ganz konkrete Beispiel der Sprache. Theoretisch k\u00f6nnte es neben Englisch, Chinesisch, Deutsch usw. unendlich viele Sprachen und neben der franz\u00f6sischen oder japanischen unendliche viele Kulturen und Traditionen, unendlich viele Romane geben. Keine dieser kulturellen Erzeugnisse kann auf Notwendigkeit pochen. Im Gegenteil, sind sie mehr oder weniger kurzlebige Gebilde der reinen Beliebigkeit &#8211; zu einer bestimmten Zeit entstanden und mit deren Ablauf manchmal sehr schnell wieder zum Verschwinden verdammt. Dagegen hat alles, was die Technik ersonnen hat, einen potentiell unendlichen Bestand bis zum Ende der menschlichen Zivilisation. Das beginnt mit der Erfindung des Feuers, gilt f\u00fcr die Z\u00fcchtung von Weizen und Mais und alle fortschrittlichen Techniken des Ackerbaus, aber ebenso nat\u00fcrlich f\u00fcr alle gro\u00dfartigen Erfindungen unserer Zeit. Im Unterschied zu jedem Gedicht, Roman oder Gem\u00e4lde, sind Feuer und Computer f\u00fcr alle Zeit unvergesslich, sobald sie einmal vorhanden sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbst so langlebige kulturelle Sch\u00f6pfungen wie die menschlichen Sprachen erscheinen im Vergleich damit nur als ephemere Zeugnisse der Beliebigkeit. Tausende von Sprachen sind im Laufe der Geschichte entstanden und wieder verschwunden, und von den heute noch existierenden werden die meisten in Zukunft untergehen. Was soll ich da noch \u00fcber Geschichte sagen?&nbsp;Wer au\u00dfer ein paar Spezialisten interessiert sich in unserer Zeit noch f\u00fcr Geschichte, diesem Massenfriedhof untergegangener Kulturen und K\u00fcnste? Eure Sch\u00f6pfungen sind nichts Besseres als fl\u00fcchtiger Zeitvertreib. Wir Techniker dagegen halten uns an die Notwendigkeit, die wir der Natur entlehnen, denn nur aus dieser lassen sich die ewigen und ehernen Gesetze ablesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um es dir noch einmal ganz deutlich auszurichten: Die Menschheit braucht all die vielen Traditionen, Kunstformen und Kulturen nicht &#8211; sie braucht die ganze bisherige Geschichte nicht, dieses Kaleidoskop der kulturellen Beliebigkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb dr\u00fcckt sich der moderne Mensch auch mehr und mehr in mathematisch-physikalischen Formeln aus, welche die materielle Realit\u00e4t der Welt viel genauer beschreiben als jede Umgangssprache. \u00dcberall auf der Welt ist Technik im Vormarsch, w\u00e4hrend der kulturelle &#8222;\u00dcberbau&#8220; weltweit von Schwindsucht erfasst ist. Aus den Lehrf\u00e4chern von Schulen und Universit\u00e4ten ist er schon weitgehend verschwunden oder nur noch als Restposten und \u00dcberbleibsel vorhanden. Schau doch hin, was noch an Geschichte, Religion, Sprachen etc. selbst an deutschen Gymnasien gelehrt wird! All dieses Zeug wird nicht l\u00e4nger gebraucht. Damit macht man keinen Staat reich oder m\u00e4chtig. Ihr K\u00fcnstler seid Luxusgesch\u00f6pfe von unserer Gnade &#8211; und ma\u00dft euch dennoch an, \u00fcber uns zu Gericht zu sitzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Da h\u00e4lt der Poet seinen \u00c4rger nur mit M\u00fche zur\u00fcck:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Verlaub gesagt, welche Borniertheit aus diesen Worten spricht! Alles, was ihr uns bieten k\u00f6nnt, ist doch nicht mehr als das steinerne Fundament menschlichen Lebens: die materielle Daseinsf\u00fcrsorge. Wer w\u00fcrde deren Unverzichtbarkeit denn bestreiten? Wir k\u00f6nnen nur denken, solange wir uns ausreichend ern\u00e4hren. &#8222;Erst kommt das Fressen, dann die Moral.&#8220; Mit einer derartigen Banalit\u00e4t brauchst du mir nun wirklich nicht zu kommen! Aber die materielle Daseinsf\u00fcrsorge dient doch allein dazu, dem eigentlichen Ziel menschlichen Daseins ein St\u00fcck n\u00e4her zu kommen &#8211; und darunter verstehe ich Freiheit und Lebenssinn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sind soziale Wesen; ein erf\u00fclltes Leben besteht in der&nbsp;<em>Resonanz<\/em>, die unsere Ideen, unsere Gef\u00fchle, unser Sein in anderen Menschen erzeugen. Die schlimmste Strafe f\u00fcr jeden Menschen ist ein Leben in Einzelhaft oder vollst\u00e4ndiger Einsamkeit. Ein Neugeborenes l\u00e4sst sich zwar in einem Apparat k\u00fcnstlich ern\u00e4hren und physisch am Leben erhalten. W\u00e4chst es jedoch ohne die Gesellschaft anderer Menschen auf, dann verbl\u00f6det es, weil es das elementare Organ der Resonanz &#8211; die Sprache &#8211; nicht ausbilden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das elementare Verlangen nach menschlicher Resonanz bleibt f\u00fcr das ganze Leben eine elementare Forderung &#8211; ganz gleich ob wir uns den fr\u00fchesten Epochen zuwenden, als der Mensch gerade von den B\u00e4umen herunterstieg oder der heutigen Zeit, wo er sich mit den modernsten Hightech-Ger\u00e4ten umgibt. Trotz all seinen Erfindungen und Apparaten w\u00fcrde selbst der genialste Techniker geistig und seelisch verk\u00fcmmern, wenn sich niemand daf\u00fcr interessiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Und der Poet f\u00e4llt pl\u00f6tzlich in einen scharfen Ton<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Technik als Lebensform im Gegensatz zu Technik als Mittel der Daseinsf\u00fcrsorge verrichtet keinen Dienst am Menschen, <em>sondern wird im Gegenteil zu einer Macht der psychischen Zerst\u00f6run<\/em>g. Dann verwendet sie n\u00e4mlich Menschen auf rein funktionale Art als Material &#8211; eben als &#8222;Menschenmaterial&#8220; &#8211; ohne jede R\u00fccksicht auf ihr Bed\u00fcrfnis nach Resonanz. Die typischen \u00f6konomischen Einheiten moderner Staaten, ihre administrativen, wissenschaftlichen, produzierenden Betriebe, sind bestrebt, Menschen wie Roboter als blo\u00dfe Funktionen einzusetzen. Sobald sie die verlangte Leistung nicht l\u00e4nger erbringen, wird das defekte oder \u00fcberforderte Menschenmaterial sofort gegen besseres ausgetauscht. Das ist der psychische Schaden, von dem ich sprach. Die neoliberale Wirtschaft erhebt die Forderung, dass jeder Besch\u00e4ftigte bereit sein m\u00fcsse, seinen bisherigen Lebenskreis, seine Freunde und Partner zu verlassen, wenn der Betrieb ihn an einen anderen Ort versetzt. Auf diese Weise hat der \u00f6konomische Apparat absolute Priorit\u00e4t gegen\u00fcber allen menschlichen R\u00fccksichten gewonnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich frage dich: Was ist das anderes als ein Werk der Zerst\u00f6rung? Denn die Folgen sind ja f\u00fcr alle sichtbar. Seit drei Jahrhunderten, also seit Beginn der Industriellen Revolution, beobachten wir eine&nbsp;<em>zunehmende Entwurzelung des Einzelnen aus allen gewachsenen Bindungen, die seinem Bed\u00fcrfnis nach Resonanz entspringen.<\/em>&nbsp;Inzwischen ist selbst die \u00e4lteste menschliche Gemeinschaft, die Familie, diesem Prozess der Erosion ausgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Und der Poet setzt seine Anklage fort:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kampf gegen den Kapitalismus, gegen das &#8222;System&#8220;, gegen den Neoliberalismus usw. hat hier seine eigentlichen, seine tieferen Wurzeln. Der auf die Funktion reduzierte Mensch findet sich in die \u00e4u\u00dferste Einsamkeit versto\u00dfen &#8211; als funktionierender Roboter wird er gebraucht, als Mensch f\u00fchlt er sich \u00fcberfl\u00fcssig. Sein Bed\u00fcrfnis nach Resonanz will sich in Gemeinschaften manifestieren, aber <em>menschliche Gemeinschaft ist von der Ratio der Technik nicht vorgesehen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Techniker hat dem Poeten nur mit gr\u00f6\u00dfter M\u00fche zugeh\u00f6rt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich f\u00e4llt er ihm abrupt ins Wort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist doch ma\u00dflose \u00dcbertreibung! In vielen Betrieben bewundere ich die demokratische Mitbestimmung; kluge Firmenchefs erlauben ihren Mitarbeitern, den Arbeitsplatz mit Blumen zu schm\u00fccken und haben nichts dagegen einzuwenden, dass sich Freundschaften in der Belegschaft bilden. Wer sperrt denn schon die arbeitenden Menschen in Einzelzellen, damit sie acht Stunden am Tag funktionieren, also verl\u00e4sslich wie Roboter oder Computer das vorgelegte Arbeitspensum erf\u00fcllen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gibt es doch nirgendwo! Freundschaften und Beziehungen entstehen \u00fcberall, auch wenn es sicher richtig ist, dass sie in den Augen eines auf Effizienz bedachten Chefs manchmal als st\u00f6rend erscheinen. Ein \u00f6konomischer oder wissenschaftlicher Betrieb ist nun einmal kein Tanzkurs oder Gesangverein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Poet setzt ein sarkastisches L\u00e4cheln auf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oh ja, nat\u00fcrlich. Dennoch sollte sich auch ein Techniker einmal die Frage stellen, warum es niemals gelingt, den Menschen ganz und gar in einen Roboter zu verwandeln, der auf blo\u00dfen Knopfdruck sein Tagespensum erledigt? Das ist doch gerade deswegen der Fall, weil das menschliche Bed\u00fcrfnis nach Resonanz so \u00fcberm\u00e4chtig ist, dass es sich selbst noch gegen die st\u00e4rksten Widerst\u00e4nde behauptet! Entscheidend ist aber doch, in welche Richtung die Menschen durch die \u00dcbermacht der Technik getrieben werden!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber die Fakten sind wir uns doch wohl einig. Diese aber besagen, dass Firmen heute den Lebensmittelpunkt f\u00fcr die meisten Menschen bilden &#8211; wenn man den Schlaf abrechnet, verbringen sie dort den gr\u00f6\u00dften Teil ihres bewussten Lebens. Gerade hier aber setzt sich die Ratio der Technik erbarmungslos durch: Sobald der allgegenw\u00e4rtige Konkurrenzdruck st\u00e4rker wird und Arbeitskr\u00e4fte leicht zu bekommen, setzt man sich \u00fcber menschliche Bed\u00fcrfnisse unbek\u00fcmmert hinweg. Firmen werden dann schnell zu Verwertungsmaschinen f\u00fcr das im \u00dcberfluss vorhandene Humanmaterial. Anders gesagt, geraten sie in gr\u00f6\u00dfte \u00c4hnlichkeit zum Milit\u00e4r, wo der Mensch im Ernstfall schon immer als blo\u00dfer Roboter zu funktionieren hatte. Das Milit\u00e4r war und ist die klassische Institution f\u00fcr funktionale Menschenver\u00adwertung und funktionalen Menschenverschlei\u00df &#8211; und die neoliberale Wirtschaft ist in Gefahr sich diesem Modell soweit irgend m\u00f6glich anzugleichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Achtung!, sagt der Techniker,<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">das ist wieder eine einseitige \u00dcbertreibung. Wir wissen doch, dass gerade beim Milit\u00e4r die st\u00e4rksten menschlichen Bindungen entstehen konnten. Ich kenne Kameradschaftsb\u00fcnde, in denen sich \u00dcberlebende noch Jahrzehnte sp\u00e4ter begegnen, weil sie sich daran erinnern, wie einer dem anderen in Momenten existenzieller Not das Leben gerettet hat oder ihm Trost gew\u00e4hrte. Das widerstreitet deinen Feststellungen doch diametral. \u00dcberall gibt es menschliche Resonanz, um es in deinen Worten zu sagen &#8211; selbst dort, wo man Menschen als blo\u00dfe Marionetten verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Poet:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wieder liegst du daneben! Oder glaubst du etwa, das Milit\u00e4r werde um einen Deut menschlicher, weil Freundschaften selbst noch in Situationen brutalen gegenseitigen Abschlachtens entstehen! Genauso wenig wird die funktionale Verwertung des Menschen im neoliberalen System deswegen humaner, weil es diesem trotz gr\u00f6\u00dfter Anstrengungen nie vollst\u00e4ndig gelingt, das Bed\u00fcrfnis des Menschen nach Resonanz zu unterdr\u00fccken oder gar abzuschaffen. Wie gro\u00df die Einsamkeit vieler Menschen gerade an jenen Pl\u00e4tzen ist, wo sie den gr\u00f6\u00dften Teil ihres bewussten Lebens verbringen, beweist die Statistik.&nbsp;Laut einer Studie der Harvard Business Review sch\u00e4tzen f\u00fcnfzig Prozent amerikanischer Fachkr\u00e4fte die eigene Arbeit als v\u00f6llig sinnlos ein, w\u00e4hrend dies f\u00fcr 37% der Briten gilt. Eine Querschnittsuntersuchung \u00fcber 142 L\u00e4nder ergab, dass nicht mehr als 13 Prozent aller abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten mit ihrer Arbeit zufrieden sind (Siehe https:\/\/www.weforum.org\/agenda\/2017\/04\/why-its-time-to-rethink-the-meaning-of-work\/). Sinnverlust und Einsamkeit liegen eng beieinander, und Einsamkeit erzeugt Schmerz und wirkt deswegen wie eine Krankheit (Manfred Spitzer).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Techniker:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deine Spr\u00fcnge erscheinen mir reichlich gewagt. Sinnverlust und Einsamkeit sind doch keinesfalls  dasselbe. Derartige Behauptungen erscheinen mir unwissenschaftlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Poet<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">hat den Einwand offenbar \u00fcberh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ohne Beisammensein, Gemeinschaft, ohne das Miteinander, das eine&nbsp;<em>gemeinsame Sprache<\/em> bewirkt, verk\u00fcmmern Menschen. Und mit Sprache meine ich nicht nur ein beliebiges Idiom wie Deutsch, Englisch oder Chinesisch, sondern die Gef\u00fchle, Ideen und Vorstellungen, die auf dieser Grundlage zwischen Menschen aufkommen und wachsen. Das in der Kindheit erlernte Idiom allein bewirkt noch keine Gemeinsamkeit. Man halte sich eine jener schrecklichen Wohnkasernen vor Augen, in der nicht wenige Menschen unserer Zeit ihr ganzes Leben verbringen. An der einen T\u00fcr steht &#8222;Katholik&#8220;, an der zweiten &#8222;Buddhist&#8220;, an den weiteren vielleicht &#8222;Atheist&#8220;, &#8222;Briefmarkensammler&#8220;, &#8222;schlagender Burschenschaftler&#8220;, &#8222;Anarchist&#8220;, &#8222;Maoist&#8220; usw. Diese Menschen haben einander nichts zu sagen; sie sind einander so fremd, als lebten sie auf eigenen Planeten. Sie d\u00fcrfen nicht einmal&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Da f\u00e4llt ihm der Techniker neuerlich ins Wort<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber das ist doch selbstverst\u00e4ndlich! In alten Zeiten, als neunzig Prozent der Menschen noch als Bauern an ein St\u00fcck Ackerland gefesselt waren, konnten nat\u00fcrlich alle \u00fcber dasselbe reden &#8211; ihr Leben verlief ja \u00fcberall gleich eint\u00f6nig und primitiv. Die heutige Gesellschaft dagegen besteht aus Lastwagenfahrern, Universit\u00e4tsprofessoren, Stewardessen, B\u00e4ckern, Vermessungsingenieuren und zehntausend weiteren Berufen &#8211; und jedes Jahr kommen weltweit ein paar Hundert dazu. Wie k\u00f6nnen wir da noch von gemeinsamen Identit\u00e4ten reden? Solche Zeiten geh\u00f6ren doch l\u00e4ngst einer unwiederbringlichen Vergangenheit an. Vielleicht wird in hundert Jahren jeder einzelne Mensch auf dem Globus ein Spezialist in seinem eigenen Fache sein. Ich sehe darin nicht weniger als das Ziel der Entwicklung unserer Spezies zum Homo sapientissimus. Jeder Mensch ist dann ein Fachmann auf einem Gebiet, das nur er als einziger vollst\u00e4ndig beherrscht. So gelangt die Explosion des Wissens an jenen h\u00f6chsten Punkt, dem sie seit dreihundert Jahren &#8211; ich w\u00fcrde sagen, mit logischer Notwendigkeit &#8211; entgegenstrebt. \u00dcbrigens hat der Historiker Ian Morris diesen Endpunkt bereits vorausgesehen. In einer bemerkenswerten Untersuchung zeigte er, dass die Zunahme von wissenschaftlichen Fachzeitschriften zwischen dem 17ten bis zum 20sten Jahrhundert exponentiell erfolgte, so dass rein logisch irgendwann der Punkt erreicht sein m\u00fcsste, wo auf jeden Erdenb\u00fcrger eine Zeitschrift kommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Angewidert sch\u00fcttelt der Poet den Kopf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich wei\u00df schon: Das ist eure Vision, die Vision der Sozialklempner, f\u00fcr die es f\u00fcr alle Probleme stets eine technische L\u00f6sung gibt. Alle Menschen nur noch R\u00e4dchen in der gro\u00dfen \u00f6konomischen Megamaschine, um den immer komplexeren Apparat der Daseinsf\u00fcrsorge am Laufen zu halten. Aber welchen Sinn hat dieser Apparat f\u00fcr die Menschen, wenn jeder nur noch eine Privatsprache als Experte spricht, so dass sie einander nichts mehr zu sagen haben, weil ihr Bed\u00fcrfnis nach Resonanz ins Leere geht? Oder kann unter blo\u00dfen Funktionen noch Gemeinschaft wachsen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Habe ich es nicht gerade gesagt? Die eigentliche Krankheit, das Grund\u00fcbel der Neuzeit, ist die Einsamkeit des durch technische Funktionalisierung entwurzelten Menschen. Die Technik kann dagegen nichts tun, denn menschliche Freiheit, welche sich in Sprachen, Traditionen, gemeinsamen \u00dcberzeugungen manifestiert und Menschen eine von ihnen selbst geschaffene Identit\u00e4t verschafft, beruht f\u00fcr euch ja auf blo\u00dfer Beliebigkeit &#8211; in euren Augen ist sie nichts wert. Resonanz und Gemeinschaft k\u00f6nnt ihr nicht erzeugen, weil sie f\u00fcr euch keine Bedeutung haben &#8211; ihr k\u00f6nnt sie nur zerst\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber du hast schon Recht. Weil Gemeinschaft ein Grundbed\u00fcrfnis des Menschen ist, unternimmt er alles, um sie &#8211; in wie primitiver Form auch immer &#8211; selbst im Milit\u00e4r, selbst in der neoliberalen Wirtschaft, selbst im hochtechnisierten Apparat durchzusetzen. Daher schlie\u00dft ja auch ihr euch in Gruppen zusammen. Ob ihr nun Elektriker, Quantenphysiker oder Biogenetiker seid, ihr bildet Vereine oder Forschergemeinschaften, weil ihr einem &#8222;irrationalen&#8220; Bed\u00fcrfnis folgt, das sich aus der Technik selbst nicht ableiten l\u00e4sst. Um es auf den k\u00fcrzesten &#8211; wenn auch zu Recht umstrittenen &#8211; Begriff zu bringen: Auch ihr verschafft euch eine je eigene Identit\u00e4t, denn Gleichklang oder Resonanz kann nur unter Menschen entstehen, welche auf gleichen Frequenzen schwingen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Identit\u00e4t!, ruft der Techniker<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">und man h\u00f6rt ihm die Emp\u00f6rung an, die er mit diesem Wort ausdr\u00fccken will. Wie gut ich die Vokabel aus dem Munde der ewig Gestrigen kenne! Die Identit\u00e4ren wollen sie, die AfD strebt nach deutsch-nationaler Identit\u00e4t, die FP\u00d6 in \u00d6sterreich verteidigt den Alpenmenschen gegen die Verunreinigung des Volksk\u00f6rpers durch artfremde Einwanderung. Jenseits von Europa streben die Hindunationalisten nach identit\u00e4rer Verwirklichung. Wladimir Putin versucht die panslawische Identit\u00e4t gegen den europ\u00e4ischen Liberalismus in Stellung zu bringen, \u00fcberall dr\u00f6hnt der Ruf nach Identit\u00e4t an mein Ohr. Und jetzt f\u00e4llst auch du noch auf die Demagogen herein! Aber dar\u00fcber sollte ich mich eigentlich nicht wundern. Ihr Sozialromantiker seid f\u00fcr solche Versuchungen immer schon besonders anf\u00e4llig gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Poet f\u00e4hrt in die H\u00f6he, man sieht ihm den \u00c4rger an.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn das so einfach w\u00e4re! Ihr Techniker seht nicht einmal das Problem, denn ihr verwechselt die Wirkung mit ihrer Ursache. Warum tanzen rechte Populisten um die Identit\u00e4t wie um das goldene Kalb? Warum nutzen sie die Angst der Bev\u00f6lkerung vor \u00dcberfremdung, vor dem Ungewissen, vor den vielen Umw\u00e4lzungen, die sie verunsichern? Den Grund daf\u00fcr habt ihr geschaffen, weil ihr alle gewachsene Identit\u00e4t: den Glauben, die gemeinsame Geschichte, eine verbindende Weltanschauung als beliebig bel\u00e4chelt, seziert und zerst\u00f6rt habt. Was ihr mit unseren alten St\u00e4dten getan habt, wenn ihr im Namen des N\u00fctzlichkeitsprinzips die gewachsenen historischen Kerne durch Kaufh\u00e4user oder einf\u00f6rmige Mietskasernen ersetzt, das habt ihr ganz genauso am lebenden Menschen praktiziert. Tausende von Vereinen, B\u00fcnden, Genossenschaften wurden planiert, damit am Ende der<em>&nbsp;rein funktional agierende &#8222;Mensch ohne Eigenschaften&#8220; als gesichtsloses Relikt<\/em>\u00fcbrigbleibt. Auf diese Weise habt ihr das emotionale Nichts in den flexiblen Robotermenschen geschaffen, die als atomisierte Intelligenzen beziehungs- und sprachlos nebeneinander leben. Und da wundert ihr euch \u00fcber die Angst, die nun nach k\u00fcnstlichen Identit\u00e4ten schreit, nachdem ihr die gewachsenen fl\u00e4chendeckend zerst\u00f6rt habt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr habt die Menschen in ein emotionales Nichts versetzt, weil auch Emotionen f\u00fcr euch nur bel\u00e4chelnswerte Restposten sind. Aber Menschen halten es nicht aus, dauerhaft in der Einsamkeit eines psychischen Vakuums zu leben. Wenn sie das historische Band von gemeinsamen \u00dcberzeugungen, gegenseitigem Verstehen und Gespr\u00e4chsbereitschaft, also eine oft \u00fcber Jahrhunderte gewachsene kulturelle Identit\u00e4t nicht l\u00e4nger zusammenh\u00e4lt, dann reagieren sie mit innerer Verst\u00f6rung auf diesen elementaren Verlust an Resonanz. Verst\u00f6rung und Angst aber treiben dann jenen Hass hervor, aus dem die Sumpfbl\u00fcten k\u00fcnstlicher Identit\u00e4ten sprie\u00dfen. Denn leider ist es ja so, dass der Hass &#8211; das gemeinsame Anbr\u00fcllen gegen wirkliche oder erdachte Feinde &#8211; das Vakuum der Einsamkeit viel schneller auszuf\u00fcllen vermag als dies auf dem langsamen Wege gegenseitiger Anpassung m\u00f6glich ist. Dann entstehen die extremistischen, oft \u00fcber Nacht geschaffenen Identit\u00e4ten, womit Demagogen und Populisten die vereinsamten Massen zu br\u00fcllenden Herden zusammenschwei\u00dfen. Dann kann es passieren, dass alle Wohlfahrt und aller Luxus, die eure Technik geschaffen hat, den Menschen pl\u00f6tzlich als nichtssagendes und wertloses Geh\u00e4use erscheint, w\u00e4hrend sie ihr Heil darin sehen, fanatische Fremdenhasser, besessene Fremdenlieber, fundamentalistische Kapitalisten, verfolgungss\u00fcchtige Marxisten, kreuzzugsbereite Katholiken, mordende Muslime oder radikale Atheisten zu sein. Worauf es den Extremisten ankommt, ist letztlich gar nicht der Inhalt, den sie in die Welt posaunen, sondern dass sie dies&nbsp;<em>unisono in einer Gemeinschaft der gemeinsam von &#8222;Wahrheit&#8220; besessenen tun<\/em> (Eric Hoffer).&nbsp;Worauf es ihnen ankommt ist die Fahne, welche ihre emotionale Leere bedeckt und ihnen das hei\u00df ersehnte Gef\u00fchl vemittelt, endlich dazuzugeh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Techniker:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das verstehe ich nicht. Was hat die Technik mit Extremismus zu tun? Wir br\u00fcten \u00fcber n\u00fctzlichen Formeln und stellen all die Ger\u00e4te her, mit denen wir euer Leben physisch erleichtern k\u00f6nnen. Das Innenleben der Leute geht uns doch, bitte sch\u00f6n, gar nichts an; davon wollen wir \u00fcberhaupt nichts wissen &#8211; von mir selbst kann ich das jedenfalls mit gutem Gewissen behaupten. Was du da behauptest, mag ja richtig sein, aber f\u00fcr mich hat es wirklich gar keine Bedeutung. Ich habe dir doch schon gesagt, dass wir Techniker die Kultur zu den Nebens\u00e4chlichkeiten rechnen &#8211; das gilt noch mehr f\u00fcr den kollektiven Wahn von Extremisten. Das sind doch nur Kr\u00e4mpfe und Krankheiten, die nach kurzer Zeit wieder vergehen, also Beliebigkeiten. Wir denken in Naturgesetzen, d.h. in Jahrtausenden und nicht in Jahrzehnten. Das alles geht einen Techniker doch \u00fcberhaupt nichts an!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Poet:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, und genau darin liegt die Misere und akute Gefahr. Ihr Techniker kennt euch mit Apparaten aus, aber f\u00fcr den Menschen ist in eurem Weltbild kein Platz vorgesehen. Es ist aber der Mensch, der mit seinen Werten und W\u00fcnschen das eigene Leben gestaltet. Die Apparate k\u00f6nnen ihm dazu bestenfalls Hilfe leisten, aber mehr ganz gewiss nicht. Und es ist das Vorrecht des Menschen, dass er diese Werte und W\u00fcnsche aus sich selber sch\u00f6pft und sie nicht aus der Natur als fertige Rezepte empf\u00e4ngt. Was euch als Beliebigkeit erscheint,&nbsp;<em>ist das eigentliche Ziel des Menschen: die Eroberung der Zukunft, so wie er sie kraft seiner Freiheit gestalten m\u00f6chte<\/em>. So erschafft er sich selbst eine Identit\u00e4t, einen Sinn und ein Lebensziel, das ihn mit anderen Menschen verbindet, aber sich aus keiner technischen Formel oder gar Naturnotwendigkeit herleiten l\u00e4sst.*1* Das bekommt ihr nicht in den Blick &#8211; aber ihr seid dabei ja nicht einmal allein. Eine modische Wiener Philosophin (Isolde Charim) wei\u00df nicht einmal, dass sie euch, den Technikern, nach dem Munde redet, wenn sie die Notwendigkeit von Identit\u00e4t \u00fcberhaupt bestreitet. Es ist ein trauriges Faktum, dass selbst jene, die \u00fcber Politik und Gesellschaft reden, sich von ihrem berechtigten Abscheu gegen Demagogen und Rechtspopulisten dazu verleiten lassen, die tiefsten Bed\u00fcrfnisse des Menschen ganz einfach zu \u00fcbersehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Techniker scheint pl\u00f6tzlich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">nicht mehr anwesend zu sein. Er murmelt noch ein:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, ja, das mag ja alles richtig sein, aber jetzt habe ich Wichtigeres zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit beugt er sich \u00fcber ein liniertes Blatt, das von oben bis unten mit Zeichen und formalhaften Abk\u00fcrzungen bedeckt ist &#8211; vermutlich eine k\u00fcrzlich fertiggestellte Forschungsarbeit. Dem Poeten wird auf einmal bewusst, dass er ins Leere gesprochen hat. Er entfernt sich leise, der Techniker scheint dies nicht einmal zu bemerken. Doch der Techniker wendet sich ihm neuerlich zu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gespr\u00e4ch sollten wir fortsetzen, aber auf seri\u00f6s-wissenschaftliche Art. Ich schlage vor, dass wir es unter den Titel bringen: <em>Der Kampf zwischen Technik und Kultur<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Poet:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einverstanden, aber das Ergebnis steht doch schon fest. Deswegen schlage ich einen anderen Titel vor: <em>Von der Risiko- zur Reparaturgesellschaft<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gut, erwidert der Techniker<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">nennen wir unser Vorhaben: <em>Von der Risiko- zur Reparaturgesellschaft &#8211; Der Kampf zwischen Technik und Kultur<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-dark-gray-color wp-block-paragraph\">1. Es gibt, wie ich in aller Unbescheidenheit meine, eine L\u00f6sung f\u00fcr das Problem der Freiheit. Siehe mein Buch: \u201eSch\u00f6pferische Vernunft \u2013 eine Philosophie der Freiheit (William James gewidmet)\u201c (wahlweise als&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.amazon.com\/dp\/1081062452?ref_=pe_3052080_397514860\">Taschenbuch<\/a>&nbsp;oder&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B07VDD8JLK\/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=\u00c5M\u00c5\u017d\u00d5\u00d1&amp;keywords=kindle+amazon+Gero+Jenner&amp;qid=1563367569&amp;s=gateway&amp;sr=8-2\">Kindle<\/a>&nbsp;eBook).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Techniker denkt, der Poet l\u00e4sst auch die Gef\u00fchle sprechen, oft sind es freilich&nbsp;nur&nbsp;die Gef\u00fchle, ohne dass ihm das Denken dabei die n\u00f6tige Hilfe leistet.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,32,427,804],"tags":[856,250,679,893,892,244,928,871,329],"class_list":["post-3218","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-kreation-und-freiheit","category-kunst","category-philosophie","tag-eric-hoffer","tag-ian-morris","tag-isolde-charim","tag-mahatma-gandhi","tag-manfred-spitzer","tag-navid-kermani","tag-snow-c-p","tag-steven-pinker","tag-ulrich-beck"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gerojenner.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3218","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gerojenner.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gerojenner.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerojenner.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerojenner.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3218"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.gerojenner.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3218\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gerojenner.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3218"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerojenner.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3218"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerojenner.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3218"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}