{"id":209,"date":"2012-11-09T12:18:35","date_gmt":"2012-11-09T11:18:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gerojenner.com\/wp\/?p=209"},"modified":"2018-02-17T17:15:31","modified_gmt":"2018-02-17T16:15:31","slug":"wie-viele-welten-vertraegt-die-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerojenner.com\/wp\/wie-viele-welten-vertraegt-die-welt\/","title":{"rendered":"Wie viele Welten vertr\u00e4gt die Welt?"},"content":{"rendered":"<p>Globalisierung ist Heilsbotschaft: Wohlstand als unbegrenzter Konsum. Wer dagegen Einspruch erhob, mochte sich intellektuell noch so sicher f\u00fchlen, bei der Menge ist er damit nicht angekommen. Die Lust am Immer-Mehr, die inzwischen die Menschen des ganzen Globus erfasst, zumindest jene, die sich den neoliberalen Spielregeln unterwerfen, hat alle Kritik, wenn nicht zum Verstummen gebracht so doch zum unh\u00f6rbaren Fl\u00fcstern ohnm\u00e4chtiger Statisten entwertet.<!--more--> Die Lust an der Ausweidung des Planeten zum Zweck eines nie endenden Wachstums lie\u00df sich man sich nirgendwo durch die Gutmenschen verderben. Sie war und ist bis heute so \u00fcberm\u00e4chtig, dass sie aus chinesischen Steinzeitkommunisten innerhalb einer einzigen Generation die rabiatesten Praktikanten des Kapitalismus gemacht hat. Und bei uns im westlichen Lager hat sie genauso erstaunliche Verwandlungen bewirkt, zum Beispiel jene, dass linke und rechte Parteien in ihrer Politik nahezu ununterscheidbar wurden \u2013 beide fixiert auf ewiges Wachstum unter den Diktaten des Kapitals. Vor allem hat diese Lust, nein diese Gier nach dem Immermehr aus dem gr\u00f6\u00dften und \u00e4ltesten demokratischen Staatswesen der Welt heute de facto eine Plutokratie gemacht, in der Pr\u00e4sidenten danach ausgesucht werden, ob sie die Weisungen einer sehr kleinen Schicht von HNWIs (ultra high net-worth individuals) jenen Charme zu verleihen verm\u00f6gen, der immer noch n\u00f6tig ist, um das geringe Volk bei Laune und in Gehorsam zu halten.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Fixierung auf das Immer-Mehr des gro\u00dfen Konsumpotlatsch ist die Devise gegen\u00fcber Warnern und anderen Gutmenschen \u00fcberall gleich: Sie lautet \u201enicht einmal ignorieren\u201c oder \u2013 wie mit einer Reihe von NGOs geschehen \u2013 mit Zuckerln gef\u00fcgig machen. Nur unter dieser Bedingung konnte die neoliberale Walze aus sozialer Kernspaltung und Umweltzerst\u00f6rung den Globus widerstandslos \u00fcberrollen. Ich bin \u00fcberzeugt, dass dies erst der Anfang einer schlie\u00dflich auch den letzten Winkel kolonisierenden Machtzugriffs w\u00e4re, wenn diese Walze nicht pl\u00f6tzlich auf ein Hindernis auflaufen w\u00fcrde. Auf einmal existiert eine Gegenkraft, die viel m\u00e4chtiger ist als alle Warner und Gutmenschen zusammen. Nicht diese sind es, die die Walze zum Stehen bringen, sondern der unglaubliche Erfolg der globalen Wachstumsmaschine selbst. Was die Menschheit in den hunderttausenden Jahren ihres bisherigen Bestehens nicht fertig brachte, das hat sie innerhalb der l\u00e4cherlich kurzen Zeitspanne von nur dreihundert Jahren geschafft. Die Menschheit steht heute vor den apokalyptischen Auswirkungen ihres eigenen, erstaunlichen, aber inzwischen leider nicht mehr bewunderungsw\u00fcrdigen K\u00f6nnens. Besessen von dem manischen Zwang ewigen Wachstums ist es ihr bereits heute gelungen, die Rohstofflager f\u00fcr einige unter bisherigen Wirtschaftsbedingungen \u00fcberlebenswichtige Rohstoffe so weit zu entleeren, dass deren v\u00f6lliger Verbrauch absehbar ist \u2013 ja, bei einigen von ihnen wie \u00d6l und Gas innerhalb von nur einer Generation abgeschlossen sein wird. Das ist es, was die andernfalls unaufhaltsame Walze der Globalisierung zum Stehen bringt. Denn von diesem Versiegen ist nicht weniger als die Grundlage der weltweiten Produktions- und Konsummaschinerie betroffen. Der globale Countdown des industriellen Zeitalters ist schon im Gange. Es ist die Natur, die bei diesem gr\u00f6\u00dften Experiment in der Geschichte des Menschen nicht l\u00e4nger mitspielt.<\/p>\n<p>Was das konkret bedeutet, ist dem hier anwesenden Publikum nat\u00fcrlich bekannt. Die Wissenschaft hat das n\u00fctzliche Konzept des \u00f6kologischen Fu\u00dfabdrucks geschaffen. Bis zum Beginn der fossilen Zeitenwende vor dreihundert Jahren hat die Menschheit durch ihre physischen Bed\u00fcrfnisse weniger vom Planeten verbraucht, als dieser ihr durch nachwachsende G\u00fcter Jahr um Jahr zur Verf\u00fcgung stellte. Der globale \u00f6kologische Fu\u00dfabdruck der Menschheit war bis dahin also kleiner als ein Planet. Wenn der Mensch Wild erlegte oder Getreide pflanzte, so wandte er daf\u00fcr weniger Energie auf, als er in Form von Nahrung zur\u00fcckerhielt. Vor Beginn der fossilen Epoche h\u00e4tte sich ein Wissenschaftler nicht einmal vorzustellen vermocht, dass es jemals anders sein konnte. Auf die Frage, wie viele Welten ertr\u00e4gt die Welt, h\u00e4tte er nur die eine Antwort zu geben vermocht: nat\u00fcrlich nur eine einzige! Doch, wie wir inzwischen wissen, h\u00e4tte er damit die industrielle Zukunft des Menschen ganz falsch eingesch\u00e4tzt. W\u00e4hrend der letzten dreihundert Jahre hat die Menschheit zu ihrem Erstaunen entdeckt, dass der Globus eine Schatzkammer ist, reich gef\u00fcllt mit energiehaltigen Stoffen in festem, fl\u00fcssigen und gasf\u00f6rmigen Zustand. Mit einem Schlag wurde das bis dahin g\u00fcltige eiserne Gesetz abgeschafft, wonach uns unsere Nahrung mehr Energie liefern muss, als wir vorher zu ihrer Gewinnung verausgabt haben. Seitdem k\u00f6nnen wir zehn Energieeinheiten bei ihrer Erzeugung verwenden, auch wenn wir nur eine einzige davon zur\u00fcckerhalten. Die unterirdischen Sch\u00e4tze machen es m\u00f6glich. Tats\u00e4chlich besteht heute im Schnitt etwa dieses Verh\u00e4ltnis: 10 Energieeinheiten input sind n\u00f6tig, um eine Energieeinheit output zur\u00fcckzugewinnen.<\/p>\n<p>Und hier erweisen die Berechnungen des \u00f6kologischen Fu\u00dfabdrucks ihre ganze Brisanz. Hatte die Menschheit noch vor dreihundert Jahren weniger als einen Planeten ben\u00f6tigt, um auf diesem ausk\u00f6mmlich leben zu k\u00f6nnen, so braucht sie inzwischen wesentlich mehr, dann n\u00e4mlich, wenn ihr die fossile Energie ausgeht, wie das jetzt schon f\u00fcr die kommenden Jahrzehnte absehbar, sp\u00e4testens aber f\u00fcr unsere Enkel eine unabwendbare Entwicklung ist. Wie viele Welten die Welt vertr\u00e4gt, ist damit nat\u00fcrlich durchaus nicht beantwortet. Faktum ist nur, dass sie gegenw\u00e4rtig mehr als einen Planeten ertragen muss. Denn bei vorsichtiger, also eher untertriebener Sch\u00e4tzung verbraucht die Menschheit gegenw\u00e4rtig insgesamt um ein Drittel mehr Ressourcen als die Natur bei nachhaltiger Bewirtschaftung bereitstellen kann. Viel schlimmer steht es noch, wenn wir unseren Blick auf Europa richten. W\u00fcrden alle L\u00e4nder so viel nat\u00fcrliche Ressourcen ben\u00f6tigen wie etwa Deutschland und \u00d6sterreich w\u00fcrde die Menschheit zweieinhalb Planeten ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>Solange die fossilen Sch\u00e4tze unersch\u00f6pflich schienen, brauchten wir uns dar\u00fcber keine Gedanken zu machen. In der Tat hat sich auch bis zur Studie des Club of Rome im Jahre 1973 fast niemand dar\u00fcber Gedanken gemacht. Die Verhei\u00dfung auf unendlichen Reichtum wurde inbr\u00fcnstig geglaubt, und der fossile Segen hatte auch unmittelbare demographische Folgen. Seit 1940, als das universal einsetzbare \u00d6l zur vorherrschenden Energiequelle wurde, hat sich die Zahl der auf dem Planeten lebenden Menschen mehr als verdoppelt.<\/p>\n<p>Was wird auf einem Planeten geschehen, der in absehbarer Zeit an den wichtigsten Rohstoffen so leer sein wird wie eine ausgequetschte Zitrone? Meines Erachtens kommen \u00fcberhaupt nur drei M\u00f6glichkeiten in Betracht. Die erste besteht in Wundern der Wissenschaft, zum Beispiel in der Entwicklung von Fusionsreaktoren, die alle Probleme der Energie mit einem Schlage beseitigen w\u00fcrden. Warum ich darin eine nicht nur tr\u00fcgerische sondern gef\u00e4hrliche Hoffnung sehe, werde ich noch begr\u00fcnden. Die zweite besteht in radikalem Verzicht. Da die Weltbev\u00f6lkerung insgesamt um ein Drittel mehr verbraucht als der Planet ohne fossile Quellen herzugeben vermag, m\u00fcsste sie auf genau dieses Drittel verzichten. In sp\u00e4testens drei\u00dfig Jahren darf sie also nur noch zwei Drittel der heutigen Energiemenge verbrauchen und muss um ein Drittel weniger Umweltgifte absondern als heute. In Europa w\u00e4ren wir aber dar\u00fcber hinaus zu noch viel weiter reichenden Verzichtsma\u00dfnahmen gezwungen. Da wir jetzt den Gegenwert von zweieinhalb Planeten verbrauchen, m\u00fcssten wir unsere Anspr\u00fcche um den Faktor 2,5 reduzieren, also den Verbrauch fast auf ein Drittel des heutigen reduzieren bzw. ihn auf erneuerbare Quellen umstellen. Sollten wir dazu nicht in der Lage sein, dann bliebe nur noch die letzte und dritte M\u00f6glichkeit. Die Bev\u00f6lkerung m\u00fcsste weltweit um ein Drittel schrumpfen, nur dann w\u00fcrde ihr \u00f6kologischer Fu\u00dfabdruck in der postfossilen Epoche wieder der Leistungsf\u00e4higkeit des Planeten entsprechen. Bei uns in Europa m\u00fcsste sie sogar von derzeitig 491 Mio. auf knapp 200 Mio. Einwohner sinken, damit diese sich denselben \u00fcppigen Lebensstandard wie zuvor genehmigen k\u00f6nnten. Ihr seht, vor welchem Dilemma wir stehen. Damit die alten Menschen auch in Zukunft genug Rente bekommen, m\u00fcsste der Zustrom arbeitsf\u00e4higer junger Menschen und damit die Bev\u00f6lkerung sich noch vergr\u00f6\u00dfern, damit wir nachhaltig \u00fcberleben, m\u00fcsste sie umgekehrt radikal zusammenschrumpfen. Ich brauche nicht zu betonen, dass in der Vergangenheit ein starkes Bev\u00f6lkerungsschrumpfen fast immer gewaltsam erfolgte: durch Kriege und andere Katastrophen.<\/p>\n<p>Werfen wir nun einen kurzen Blick auf die hervorstechendsten Bereiche der \u00dcberbeanspruchung des Planeten. Da begegnen wir zun\u00e4chst der Problematik des Wassers. Von der Wasserknappheit im Vorderen Orient und in Afrika haben die meisten von Ihnen geh\u00f6rt. Ebenso sehr muss es beunruhigen, dass diese inzwischen auch zu einem Hauptproblem f\u00fcr eine kommende Gro\u00dfmacht geworden ist. In China sind Dreiviertel aller Seen vergiftet und die H\u00e4lfte alles zur Verf\u00fcgung stehenden Grundwassers ist f\u00fcr menschlichen Genuss nicht l\u00e4nger geeignet. Trotz allen \u00e4u\u00dferlich sichtbaren Fortschritts sind dort also bereits die Lebensgrundlagen bedroht. Manche werden vielleicht der Meinung sein, dass die Zust\u00e4nde im fernen China uns wenig angehen m\u00fcssen. Immerhin k\u00f6nnen wir uns der besonderen Qualit\u00e4t der meisten heimischen Wasservorkommen r\u00fchmen. Aber die Zust\u00e4nde im fernen Osten gehen uns sehr wohl etwas an. Sie beruhen n\u00e4mlich wesentlich darauf, dass wir einen so bedeutenden Teil unserer heimischen industriellen Produktion, und zwar gerade ihre schmutzigsten Bereiche, von Europa nach China verlagert haben. Vor dieser Auslagerung war auch das Wasser in China sauber. Nebenbei bemerkt haben wir auch keinen Grund uns dar\u00fcber zu freuen, dass die Bilanz der Umweltvergiftung z. B. durch CO2 bei uns wesentlich g\u00fcnstiger ausf\u00e4llt \u2013 auch diesen Vorteil verdanken wir vor allem der Auslagerung, die in diesem Fall nat\u00fcrlich auch zerst\u00f6rerisch f\u00fcr uns selber ist. Mit dem Gift in ihren Gew\u00e4ssern m\u00fcssen die Chinesen im eigenen Land fertig werden, der wachsende CO2-Aussto\u00df ihrer Industrien, der den des bisherigen Spitzenreiters USA in absoluten Zahlen bereits \u00fcbertrifft, ist aber f\u00fcr das Weltklima insgesamt und damit f\u00fcr alle Erdbewohner eine akute Bedrohung, zumal er mit jedem Tag w\u00e4chst und China 70% seiner Energie aus stark schwefelhaltiger Kohle gewinnt: dem \u00e4rgsten Umweltverschmutzer.<\/p>\n<p>Wasser ist auch indirekt als Nahrungsquelle bedeutsam, n\u00e4mlich als Lieferant von tierischem Protein. Hier macht sich der ungeheure Druck einer in kurzer Zeit explosionsartig angewachsenen Weltbev\u00f6lkerung besonders bemerkbar. Nicht weniger als ein Viertel der Fischbest\u00e4nde sind existenzbedroht, f\u00fcnfzig Prozent bis an die Grenze ausgebeutet. Die Schwarzfischerei hat in den letzten Jahrzehnten so stark zugenommen, dass sich der Fang jeden dritten Fisches mittlerweile \u00fcberhaupt jeder Kontrolle entzieht. Wenn es nicht gelingt, in den kommenden Jahren hier die Notbremse zu ziehen, sehen Wissenschaftler einen Kollaps dieser f\u00fcr viele V\u00f6lker lebenswichtigen Nahrungsquelle voraus.<\/p>\n<p>Dass die derzeitige Produktion von Nahrungsmitteln mit einem Verh\u00e4ltnis von zehn zu eins f\u00fcr Input zu Output nicht zukunftsf\u00e4hig sein kann, davon war schon die Rede. Wir essen \u00d6l. Ohne \u00d6l (bzw. Gas) werden wir wieder gezwungen sein, Landwirtschaft in weit arbeitsintensiverer Form zu betreiben. Und das ist noch keinesfalls alles. Auf Kosten der Landwirtschaft geht in Deutschland, um nur ein Beispiel zu nennen, eine Emission von 133 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalenten &#8211; fast ebensoviel wie auf den gesamten Autoverkehr mit 152 Mio. Tonnen. Der Hauptverursacher dieser Klimabelastung ist unserem Luxus geschuldet, n\u00e4mlich der Tierhaltung, die daran einen Anteil von drei Vierteln tr\u00e4gt. Rinder geben an beiden Enden best\u00e4ndig Methan von sich, und das ist 21-mal klimasch\u00e4dlicher ist als CO2. Schlimmer ist aber, dass die f\u00fcr ihre Ern\u00e4hrung erforderlichen D\u00fcngemittel Lachgas absondern, ein Umweltkiller, der ganze 310-mal klimasch\u00e4dlicher ist als CO2. Diese Problematik haben wir, nebenbei bemerkt, in der EU noch zus\u00e4tzlich dadurch versch\u00e4rft, dass wir fast s\u00e4mtliche Sumpfgebiete entw\u00e4ssert haben \u2013 S\u00fcmpfe aber sind die gr\u00f6\u00dften Saugkissen f\u00fcr CO2.<\/p>\n<p>Nicht nur Nahrung ist \u00fcberlebenswichtig, sondern in unseren Gesellschaften ist es inzwischen ebenso die Mobilit\u00e4t. Wir haben die Produktions- und Versorgungsst\u00e4tten (sprich Superm\u00e4rkte) so weit von unseren Wohnst\u00e4tten fortger\u00fcckt, dass sie weitgehend nur noch mit dem Auto erreichbar sind. Weltweit flie\u00dfen daher an die 60 Prozent des gef\u00f6rderten \u00d6ls in den Verkehr. Und dieses Modell einer auf Mobilit\u00e4t angewiesenen Gesellschaft wird gegenw\u00e4rtig auch auf China und Indien und bald den Rest der Welt \u00fcbertragen. Die Folgen sind schon jetzt zu sp\u00fcren: Ein Run auf die letzten Ressourcen hat eingesetzt, begleitet von \u00fcberall drohender Kriegsgefahr. Weitsichtige Politiker und Philosophen wie Kurt Biedenkopf oder Friedrich von Weizs\u00e4cker hatten schon vor Jahrzehnten davor gewarnt, das westliche Modell des Individualverkehrs auf den Globus zu \u00fcbertragen. Es sei nicht verallgemeinerungsf\u00e4hig. Niemand hat bis heute auf die warnenden Stimmen geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Diese unsere Verdr\u00e4ngungsbereitschaft angesichts unmittelbar bevorstehender Bedrohungen hat einen Klimawandel in Gang gesetzt, der sich neuerdings in dramatischem Tempo vollzieht. Das Schmelzen des Gr\u00f6nlandeises, schon einmal f\u00fcr die Zeit vor 100 000 Jahren bezeugt und damals von einem um drei bis f\u00fcnf Meter h\u00f6heren Meeresspiegel begleitet, schreitet gegenw\u00e4rtig in solchem Tempo voran, dass selbst die Prognosen vom vergangenen Jahr sich als hinf\u00e4llig erweisen: Alles scheint darauf hinzudeuten, dass Gr\u00f6nland bereits in etwa zehn Jahren wieder v\u00f6llig eisfrei wird. Daher ist jetzt schon abzusehen, dass die meisten von uns noch erleben werden, wie eine Fl\u00fcchtlingswelle von f\u00fcnfzig Millionen Menschen sich von dort her in Bewegung setzt: Die H\u00e4lfte von Bangladesh wird dann unter Wasser stehen.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich zum Thema der Ausweidung des Planeten noch von den realen oder vermeintlichen Wundern der Wissenschaft reden. Das war eine der drei immerhin m\u00f6glichen theoretischen Bedingungen, wodurch die Katastrophe abwendbar erscheinen k\u00f6nnte. Im Einzelnen ist es der Wissenschaft ja gerade w\u00e4hrend der vergangenen Jahre gelungen, spektakul\u00e4re Verbesserungen zu erzielen. Unsere Autos und Flugzeuge, unsere Leuchten und Elektroger\u00e4te verbrauchen im Vergleich zur Vergangenheit nur noch einen Bruchteil der Energie. Pro Einheit Volkseinkommen setzen die modernen Unternehmen Europas viel weniger Energie ein als etwa vor einem halben Jahrhundert. Das ist die gute Nachricht, die schlechte besteht erstens darin, dass ein bestimmtes Minimum an Energie nicht weiter abgesenkt werden kann, und dass zweitens \u2013 und das ist entscheidend &#8211; all diese qualitativen Einsparungen durch quantitative Ausweitung mehr als wettgemacht werden. Unsere Autos verbrauchen weit weniger Sprit als fr\u00fcher, aber immer mehr von ihnen rollen auf einem immer dichteren Stra\u00dfennetz und fast alle, die es sich leisten k\u00f6nnen, bevorzugen st\u00e4rkere Motoren. Allen Fortschritten zum Trotz, die im Einzelnen erreicht worden sind, nimmt, global gesehen, die Umweltbelastung nicht ab, sie nimmt im Gegenteil auf erschreckende Weise zu.<\/p>\n<p>Die Wunder zunehmender Energieeffizienz sind also, global gesehen, ohne Wirkung verpufft. Umso mehr rechnen viele Menschen mit dem eigentlichen Wunder. Ihr versteht schon, wovon ich spreche. Sie hoffen auf das Wunder einer unbeschr\u00e4nkten Energieversorgung durch Kernfusion. Die Aussichten daf\u00fcr stehen m\u00f6glicherweise nicht einmal schlecht, zumal die westliche Welt gewaltige Mittel in die entsprechende Forschung pumpt. Aber w\u00e4re uns damit wirklich geholfen? Um es geradeheraus zu sagen: Ich glaube, diese Perspektive ist nicht nur tr\u00fcgerisch, sie w\u00e4re sogar die gef\u00e4hrlichste von allen. Nat\u00fcrlich nicht in kurzfristiger Sicht, da w\u00fcrde eine derartige Energiebonanza im Gegenteil viele Probleme beseitigen. Kein Mangel an energetischer Kraft w\u00fcrde uns dann noch hindern, jede beliebige Menge an Maschinen und Apparaten zu erzeugen. Nur leider w\u00fcrde ein solches F\u00fcllhorn insgesamt verheerende Folgen haben. Umsatz und Verbrauch aller \u00fcbrigen Rohstoffe w\u00fcrden sich dann auf rasante Art ausweiten und beschleunigen. Oder anders gesagt: Der auf programmierter Nicht-Nachhaltigkeit beruhende Kollaps w\u00fcrde sich auf der Basis von Kernfusion zwar etwas verz\u00f6gern, aber am Ende umso dramatischer ausfallen.<\/p>\n<p>Die vermeintlichen Wunder der Wissenschaft helfen uns nicht. Die Globalisierungswalze wird knirschend zum Stehen kommen, nicht ohne weite Teile des Globus vorher besch\u00e4digt zu haben. Und dieses Totlaufen durch den eigenen Erfolg, der in einer sich zuspitzenden Rohstoffkrise seinen dramatischen Ausdruck findet, wird auf das Verh\u00e4ltnis der Staaten tiefgreifende Auswirkungen haben. Die Rohstoffproduzenten, vor allem Russland, werden als Gegenleistung f\u00fcr unsere Abh\u00e4ngigkeit nicht mehr nur unsere Waren kaufen, sondern den Zugriff auf unsere Industrien verlangen. Dann sind es nicht nur, wie jetzt schon, die Regeln eines globalen Kapitalismus, die bei uns \u00fcber Lohn und Arbeit entscheiden, sondern politische M\u00e4chte, die uns ihren Willen aufzwingen. Auch dass der Westen gegen\u00fcber schw\u00e4cheren L\u00e4ndern die Sicherung seines Rohstoffbedarfs unter Einsatz milit\u00e4rischer Mittel betreibt, ist f\u00fcr den Frieden sicher die schlechteste L\u00f6sung. Wenn die Kriegsgefahr nicht weiter anwachsen soll &#8211; was sie mit zunehmender Knappheit unfehlbar tut &#8211; dann gibt es nur einen Ausweg: die schnellstm\u00f6gliche Befreiung von \u00d6l- und Gasabh\u00e4ngigkeit durch den \u00dcbergang zu erneuerbaren Energien.<\/p>\n<p>Gegenw\u00e4rtig ist die Finanzkrise in aller Munde. Verglichen mit dem Schmelzen der Polkappen, der Verheerung der Meere oder auch nur der Vernichtung der letzten gro\u00dfen W\u00e4lder scheint die Ersch\u00fctterung unseres Bankensystem ein unerhebliches Ereignis zu sein. Doch die allgemeine Wahrnehmung sieht es genau anders herum. Die Apokalypse der Natur erscheint vielen Menschen als ein fernliegendes, sie nicht unmittelbar betreffendes Ereignis, w\u00e4hrend die Angst vor dem Arbeitsverlust, dem Konjunktureinbruch, der Kernschmelze des Bankensystems ihnen die gr\u00f6\u00dfte Angst einfl\u00f6\u00dft. Diese Verschiebung der Perspektiven ist nicht ganz unberechtigt, denn es steht durchaus zu bef\u00fcrchten, dass die drohende Ersch\u00fctterung des internationalen Bankensystems die Bestrebungen zum Umstieg auf erneuerbare Energien und zur Reduzierung unseres \u00f6kologischen Fu\u00dfabdrucks mehr als nur hemmt &#8211; Massenarmut und \u2013arbeitslosigkeit k\u00f6nnte sie ganz aus dem Bewusstsein verdr\u00e4ngen. Der in den USA bereits eingeleitete Konjunktureinbruch bedroht uns mit Wirkungen, die denen vom Ende der zwanziger Jahre vergleichbar sein werden. Und auch die Ursachen sind den damaligen zum Verwechseln \u00e4hnlich. Kein Geringerer als der erste Mann nach dem amerikanischen Pr\u00e4sidenten, Marriner Eccles, der damalige Notenbankchef unter Roosevelt, hat die Finger in die Wunde gelegt. Er sagte, was man bei uns nur von heillosen Gutmenschen h\u00f6rte, gegen die man dann prompt den Vorwurf erhob, dass sie nur eine Neiddebatte entfachen. Die Worte des ehemaligen FED-Pr\u00e4sidenten sind deutlicher als alles, was \u00fcber die damalige Krise gesagt worden ist, und sie gelten wortw\u00f6rtlich f\u00fcr unsere heutige Situation. Ich zitiere:<\/p>\n<p>Bis 1929 und -30 \/also bis zum Beginn der Weltwirtschaftskrise\/ hatte eine gewaltige Saugpumpe einen zunehmenden Anteil des erzeugten Reichtums in wenige H\u00e4nde umgeleitet\u2026 und so die Kaufkraft aus den H\u00e4nden der Mehrheit genommen\u2026 Die Massenproduktion \/der modernen Industriegesellschaft\/ beruht aber auf einem Massenkonsum, und dieser setzt die Verteilung des Reichtums voraus\u2026 um die Menschen mit einer Kaufkraft auszustatten, die der Menge der von der Wirtschaft produzierten G\u00fcter und Dienstleistungen entspricht.<\/p>\n<p>Zitatende. Das ist in wenigen S\u00e4tzen eine Aussage von gr\u00f6\u00dfter Einfachheit, die doch genau den Kern des Problems ber\u00fchrt. Denn dieselbe gigantische Umverteilung von unten nach oben im Anschluss an eine Zeit st\u00fcrmischen Wachstums findet bei uns schon seit den achtziger Jahren statt. In Deutschland erreicht sie, wie ich in meinem Buch \u00bbDas Pyramidenspiel\u00ab zeigte, ziemlich exakt die H\u00f6he der gr\u00f6\u00dften Massensteuer, also der Steuer auf L\u00f6hne. Ohne dass die meisten es auch nur ahnen, zahlen sie diese gr\u00f6\u00dfte Steuer in Wirklichkeit zweimal, das erste Mal an den Staat, der sie ihnen in Form von Dienstleistungen wie Stra\u00dfenbau, Bildungssystem etc. zur\u00fcckgibt, ein zweites Mal an die reichsten zehn Prozent der Mitb\u00fcrger ihres Landes \u2013 von denen sie nichts zur\u00fcckerhalten, sondern Jahr um Jahr immer st\u00e4rker ausgequetscht werden. Diese ungeheure Umverteilung hat dazu gef\u00fchrt, dass viele Gemeinden unter der Last der Schulden zusammenbrechen, dass Universit\u00e4ten, fr\u00fcher einmal bestens ausgestattet, \u00fcberall den Rotstift ansetzen und dass der Staat und die Mehrheit der B\u00fcrger an allen Ecken und Enden sparen m\u00fcssen. Sie hat dazu gef\u00fchrt, dass die Zahl der prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnisse mit d\u00fcrftigen L\u00f6hnen in den vergangenen zwanzig Jahren sprunghaft gewachsen ist, w\u00e4hrend andererseits die gro\u00dfen Flugunternehmen die Nachfrage nach Privatjets nicht mehr befriedigen k\u00f6nnen. In \u00d6sterreich allein gibt es an die zwanzig Superreiche, die ihre eigenen Airbusse fliegen, wohlgemerkt Airbusse nicht etwa nur kleine Privatjets.<\/p>\n<p>Etwa seit Ende der achtziger Jahre hat man die B\u00fcrger dazu konditioniert, an die wohltuenden Auswirkungen der Ungleichheit zu glauben. Macht die Reichen noch reicher, so wurde uns immer ungenierter gepredigt und auch von vielen geglaubt, dann fallen die Brosamen von ihren Tischen in die offenen M\u00fcnder der Armen. Wie das Zitat des amerikanischen Notenbankchefs beweist und ebenso meine Untersuchungen im Pyramidenspiel trifft genau das Gegenteil zu. Die Armen und Arbeitslosen m\u00fcssen sich mit Brosamen begn\u00fcgen, weil die Reichen an \u00fcppig gedeckten Tafeln speisen. Das l\u00e4sst sich \u00fcbrigens auch mikro\u00f6konomisch belegen. Nirgendwo gibt es so viele Million\u00e4re wie in Hamburg und Frankfurt, nirgendwo auch so viele Menschen, die von Sozialhilfe leben.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen endlich zu der Einsicht gelangen, dass eine \u00d6konomie, die derartige \u00f6kologische und soziale Verwerfungen produziert, keine Zukunft hat und keine mehr haben darf. Die Therapie kann meines Erachtens nur darin bestehen, dass wir bei uns die Grundlagen f\u00fcr ein besseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystem errichten. Wir haben der Welt ein falsches Modell angeboten \u2013 eines das in absehbarer Zeit die schlimmsten Katastrophen beschw\u00f6rt. Jetzt sind wir aufgerufen, ein besseres, nachhaltiges und menschlicheres zu entwickeln. Wohlhabend genug sind wir dazu auch heute noch. Es muss ein Modell sein, das andere \u00fcbernehmen k\u00f6nnen, weil es im Unterschied zum jetzigen verallgemeinerungsf\u00e4hig ist. Wenn Europa, ein Quell des Ideenreichtums in seiner ganzen Geschichte, hier einen neuen Beginn setzt, dann braucht es nicht l\u00e4nger eine Festung zu sein, denn Nachhaltigkeit ist so beschaffen, dass jeder gr\u00f6\u00dfere Wirtschaftsraum unabh\u00e4ngig von anderen das Auskommen mit den eigenen erneuerbaren Ressourcen erlangt.<\/p>\n<p>Die Frage bleibt allerdings, ob Warner und Gutmenschen eine Chance haben oder ob wir warten m\u00fcssen, bis das System an seinem Erfolg endg\u00fcltig scheitert. Ich habe eine eher pessimistische Prognose abgegeben, aber gerade solche Prognosen k\u00f6nnen ihr eigenes Eintreten verhindern. Marx hat, wie wir wissen, die v\u00f6llige Verelendung des Proletariats unter den Bedingungen des Kapitalismus vorhergesagt. Ohne seine Prophezeiung h\u00e4tte eine derartige Entwicklung wohl auch tats\u00e4chlich stattgefunden. Doch weil Marx das Schreckgespenst der Verelendung auf so \u00fcberzeugende Weise an die Wand zu malen verstand, hat sich das kapitalistische Lager ganze hundert Jahre die gr\u00f6\u00dfte M\u00fche gegeben, den gro\u00dfen Warner zu widerlegen. In den ehemaligen Wohlfahrtsstaaten des Westens &#8211; vor allem w\u00e4hrend der drei goldenen Dekaden nach Ende des gro\u00dfen Krieges &#8211; hat eine soziale Marktwirtschaft den f\u00fcr alle sichtbaren Beweis geliefert, dass ein gez\u00e4hmter Kapitalismus durchaus vereinbar mit hohem Wohlstand der Mehrheit ist. In diesem Sinne hoffe ich, dass meine und \u00e4hnlich pessimistische Voraussagen anderer Kassandras die gleiche apotrop\u00e4ische Wirkung haben. Ich hoffe, dass wir angesichts der Alternative eines langfristig zerst\u00f6rerischen oder eines zukunftsf\u00e4higen Lebensstils den letzteren w\u00e4hlen werden. Das wird sich dann freilich nicht nur auf unser Verh\u00e4ltnis zur Natur auswirken m\u00fcssen sondern ebenso auf unsere Einstellung zu Mensch und Gesellschaft. Die uns bis heute beherrschende kapitalistisch-fossile Wirtschaft konnte es sich leisten, den Menschen einzutrichtern, dass Egoismus eine \u00f6konomisch und daher auch sozial wertvolle Eigenschaft sei: produziere und konsumiere soviel du nur kannst, bereichere dich ohne R\u00fccksicht auf andere, damit dienst du dir selbst und letztlich genauso den anderen. Damit ist es vorbei. Die Philosophie des Egoismus, die mit Adam Smith und der Ausbeutung fossiler Sch\u00e4tze vor gut dreihundert Jahren zu ihrem Siegeszug antrat, ist heute ein Wegweiser in den Abgrund. Die Gesellschaft der Zukunft wird grundlegend anders sein \u2013 oder sie wir nicht mehr sein. Oder um es anders zu sagen: Grelle soziale Ungerechtigkeiten, \u00f6kologische Ausbeutung des Planeten und einen zum Imperativ \u00f6konomischen Handelns aufgeblasenen Egoismus: diese vielen Welten vertr\u00e4gt unsere Welt nicht mehr. Ich danke f\u00fcr eure Aufmerksamkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Globalisierung ist Heilsbotschaft: Wohlstand als unbegrenzter Konsum. Wer dagegen Einspruch erhob, mochte sich intellektuell noch so sicher f\u00fchlen, bei der Menge ist er damit nicht angekommen. 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