{"id":2008,"date":"2017-12-27T09:36:13","date_gmt":"2017-12-27T08:36:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gerojenner.com\/wp\/?p=2008"},"modified":"2022-11-16T10:01:26","modified_gmt":"2022-11-16T09:01:26","slug":"liebe-zur-weisheit-philosophie-grande-dame-oder-lebender-zombie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerojenner.com\/wp\/liebe-zur-weisheit-philosophie-grande-dame-oder-lebender-zombie\/","title":{"rendered":"Liebe zur Weisheit (Philosophie) \u2013 Grande Dame oder lebender Zombie?"},"content":{"rendered":"<p>(Auch erschienen in &#8222;Humane Wirtschaft&#8220;)<\/p>\n<p>Die Philosophie hat es schwer in unseren Tagen. Wie eine alte Dame von vornehmer Abkunft macht sie noch immer durch herrschaftliches Auftreten und ein gewaltiges Selbstbewusstsein von sich reden \u2013 geradeso, als w\u00fcsste sie nicht, dass man hinter ihrem R\u00fccken l\u00e4ngst \u00fcber den Zombie sp\u00f6ttelt. Gewiss, an fast allen Universit\u00e4ten ist Philosophie noch pr\u00e4sent, aber man braucht ihren hochtrabenden griechischen Namen nur ins Deutsche zu \u00fcbersetzen, um ein herablassendes L\u00e4cheln zu provozieren. Was ist da von \u201aWeisheitsliebe\u2019 noch \u00fcbrig? Geht es den Leuten um den Ernst des Lebens, besch\u00e4ftigen sie sich mit Betriebswirtschaftslehre, Logistik oder Physik. Wenn sie sich am\u00fcsieren wollen, haben sie mit Weisheit schon gar nichts im Sinn.<!--more--><!--more--><\/p>\n<p>Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis die Dame mit dem hippokratischen Gesicht in aller Stille das Zeitliche segnet. Das h\u00e4ngt wohl auch mit ihrer unbequemen Stellung zwischen zwei St\u00fchlen zusammen, die beide von sehr ernst zu nehmenden Okkupanten besetzt sind: auf dem einen thront Religion und verspricht ihren Anh\u00e4ngern Gl\u00fcck in dieser und das Heil in der anderen Welt, auf dem anderen macht sich die Wissenschaft breit und protestiert mit Beweisen und Fakten gegen einen in ihren Augen armseligen Glauben.<\/p>\n<h3><strong>Der Philosoph als Au\u00dfenseiter &#8211; politisch selten korrekt<\/strong><\/h3>\n<p>Die Religion pocht f\u00fcr sich auf den Vorrang, dass ihre Wahrheiten nicht sterblichen Hirnen entstammen, sondern von \u00fcberirdischen M\u00e4chten den Menschen geschenkt worden sind. Philosophie, wie wir sie heute verstehen, hat dagegen fr\u00fchzeitig aufbegehrt. Aufgekommen ist sie \u00fcberhaupt erst in der von Karl Jaspers so bezeichneten Achsenzeit, als einzelne Denker zum ersten Mal gegen das Kollektiv und seine angeblich gottverb\u00fcrgten Wahrheiten protestierten. Diesem setzten sie ihren je eigenen Standpunkt entgegen.<\/p>\n<p>So gesehen, bezeichnet Philosophie eine geschichtliche Wende. Dem, was alle f\u00fcr richtig hielten, weil ein Gott, die G\u00f6tter oder eine bis in die fernste Vergangenheit reichende Tradition keine andere Weltsicht neben sich duldeten, setzte der m\u00fcndige Einzelne sein \u201aCeterum censeo\u2019 entgegen. Das waren tollk\u00fchne Akt der politischen Unkorrektheit, die nicht allein Sokrates mit dem Leben bezahlen musste. Philosophen traten als Querdenker in Erscheinung, als Aufr\u00fcttler, aber auch als Zerst\u00f6rer alter Gewissheiten. Die Balinesen glaubten, die Welt w\u00fcrde auf dem R\u00fccken einer Schildkr\u00f6te ruhen, die Christen, dass sie in sieben Tagen erschaffen wurde, die Azteken, dass die Sonne nur aufgehen w\u00fcrde, wenn der Herrscher sie unentwegt mit Kriegsgefangenen f\u00fcttert. Jede noch so abenteuerliche Darstellung der Wirklichkeit haben Menschen fraglos hingenommen, solange sie als kollektiver Besitz &#8211; von G\u00f6ttern beglaubigt &#8211; in den K\u00f6pfen verankert war. Was man glaubte, dar\u00fcber brauchte man nicht zu streiten. Der Glaube stellte Einheit und Gewissheiten her; in einer unsicheren Existenz bot er ein sch\u00fctzendes Geh\u00e4use.<\/p>\n<p>Philosophie wurde in griechischer Zeit vor allem in oder nahe den gro\u00dfen Handelsmetropolen geboren, wo verschiedene Glaubenslehren diametral aufeinander prallten und einander auf diese Weise gegenseitig relativierten. Die blo\u00dfe Tatsache solcher Verschiedenheit f\u00fchrte den Gl\u00e4ubigen ja eindringlich vor Augen, dass man dieselben zentralen Fragen des Lebens eben auch ganz anders beurteilen konnte. Aus dieser Ersch\u00fctterung der Selbstverst\u00e4ndlichkeiten ging und geht \u00fcberall Philosophie als Infragestellung kollektiver Gewissheiten hervor.<\/p>\n<h3><strong>Wahr oder falsch \u2013 die Grundbegriffe der wissenschaftlichen Weltsicht<\/strong><\/h3>\n<p>Der Aufforderung zur Nachdenklichkeit verdankt aber auch jenes ganz spezifische Fragen seine Entstehung, das wir heute als \u201aWissenschaft\u2019 bezeichnen. Ihre Erkundungen richtet diese an einem zentralen Gesichtspunkt aus: Was ist wahr, was ist falsch &#8211; und zwar so, dass man diese Frage durch Beweise entscheidet, die jedermann einzusehen vermag?<\/p>\n<p>Offensichtlich ist wahr, dass K\u00f6rper im freien Fall beschleunigt werden; es w\u00e4re falsch, eine gleichm\u00e4\u00dfige Geschwindigkeit anzunehmen. Es ist wahr, dass die Sonne tags\u00fcber nur auf einer H\u00e4lfte des Globus zu sehen ist; es w\u00e4re falsch, ihre dauernde Sichtbarkeit zu behaupten. Im gleichen Sinne sind alle geltenden Gesetze wahr, welche die Wissenschaften von der Natur bisher zu finden vermochten, w\u00e4hrend blo\u00dfe Vermutungen \u00fcber noch unbest\u00e4tigte Gesetze entweder wahr oder falsch sein k\u00f6nnen. Gesetze treffen Aussagen \u00fcber unbegrenzt viele Geschehnisse, die in der \u00e4u\u00dferen Welt auftreten. Wahr sind sie f\u00fcr die Wissenschaft ausschlie\u00dflich dann, wenn sich die behaupteten Ereignisse tats\u00e4chlich nachweisen lassen.<\/p>\n<p>Der Gegensatz zu den Wahrheiten der Religion liegt auf der Hand. Diese sind f\u00fcr gl\u00e4ubige Menschen ganz unabh\u00e4ngig davon in Geltung, ob sie sich aus der beobachteten Wirklichkeit ableiten oder durch sie best\u00e4tigen lassen. Niemand wei\u00df, ob es \u201awirklich\u2019 ein Leben nach dem Tode gibt oder ob Allah seine Eingebungen \u201awirklich\u2019 von einem Engel erhielt.<\/p>\n<p>Die Wissenschaft \u2013 zumindest die der Natur \u2013 l\u00e4sst unbewiesene oder unbeweisbare Aussagen nicht gelten. Ihre Aussagen sind in dem Sinne \u201aobjektiv\u2019 (d.h. \u201agegenst\u00e4ndlich\u2019), dass ihr Gegenstand, die \u00e4u\u00dfere Natur mit ihren Gesetzen, f\u00fcr alle Menschen derselbe ist &#8211; unabh\u00e4ngig von ihrem Wollen und W\u00fcnschen. Hier liegt der Grund, warum die Lehrb\u00fccher der Physik \u00fcberall auf der Welt ein und denselben Inhalt aufweisen, gleichg\u00fcltig ob in China oder in Deutschland.<\/p>\n<h3><strong>Der Aufstand gegen das \u201aObjektive\u2019<\/strong><\/h3>\n<p>Eine Binsenwahrheit? So k\u00f6nnte es scheinen, aber gegen diese Objektivit\u00e4t, gegen diesen von au\u00dfen stammenden Zwang haben sich Denker immer erneut emp\u00f6rt, ja, ihn als illusion\u00e4r verworfen. Und es ist ja auch wahr: Selbst die strengste Wissenschaft, die Physik, ruht auf einem Sockel der Subjektivit\u00e4t, weil Menschen sich erst einmal \u00fcber die Begriffe einig sein m\u00fcssen, in denen sie \u00fcber die \u00e4u\u00dfere Wirklichkeit reden. Ceteris paribus beginnt Wasser immer bei 100 Grad zu kochen und bei Null Grad zu gefrieren, aber diese und alle anderen Naturkonstanten lassen sich auf alternative Weise beschreiben, wenn man andere Ma\u00dfst\u00e4be w\u00e4hlt (Fahrenheit, R\u00e9aumur, Inch oder Zoll zum Beispiel).<\/p>\n<p>An der G\u00fcltigkeit und Objektivit\u00e4t der Gesetze \u00e4ndert sich dadurch allerdings nichts, denn die Ordnungen der Natur bleiben dieselben, gleichg\u00fcltig, welche Konvention der Wissenschaftler bei ihrer Beschreibung verwendet. Vergebens wurde die \u00dcbermacht einer objektiv uns gegen\u00fcberstehenden Natur bezweifelt. Durch Zauber, Magie, Beschw\u00f6rungen und mit anderen \u00dcberlistungsversuchen glaubten Menschen sich gegen Kugeln und Kanonen zu wappnen, so als w\u00e4ren sie in der Lage, durch ein ausreichend intensives menschliches W\u00fcnschen die Gesetze der Natur auszuhebeln. Aber man wei\u00df, wie derartige Experimente zu enden pflegten, und zwar schon in jenen fr\u00fchen Zeiten als es statt Kugeln und Kanonen nur Steinschleudern oder Pfeile gab: Sie endeten t\u00f6dlich.<\/p>\n<p>Weniger gef\u00e4hrlich, aber nicht weniger abwegig war es, wenn hoch-idealistische Philosophen wie etwa Gottlieb Fichte die Natur zu einem Gesch\u00f6pf menschlicher Vorstellung machten (einem Nicht-Ich, das dem Ich aus dem Kopfe springt). Es war kurios, wenn Paul Feyerabend wahr und falsch hinwegzaubern wollte, indem er diese Kriterien vom jeweiligen kulturellen Standpunkt abh\u00e4ngig machte, so als w\u00fcrde die Schwerkraft in China und Indien andere Wirkungen als in Europa erzielen. Es war absurd, wenn Paul Watzlawick die Realit\u00e4t \u00fcberhaupt zu einem Konstrukt menschlichen Denkens erkl\u00e4rte, denn das trifft allein auf die Konvention ihrer Beschreibung zu.<\/p>\n<p>W\u00e4ren diese Denker im Recht, dann k\u00f6nnte es all die Apparate nicht geben, die Menschen seit der Erfindung von Pfeil und Bogen mit Hilfe der \u00fcberall gleichen Naturgesetze erdacht und verfertigt haben. Diese Erfindungen und diese Beherrschung der Natur kraft universaler Gesetze sind aber ein Faktum, und deshalb bleiben \u201awahr\u2019 und \u201afalsch\u2019 die Grundbegriffe einer Wissenschaft, welche die objektiv vorhandenen Ordnungen und Zw\u00e4nge der Natur beschreibt. Allerdings trifft es zu, dass Kulturen auf je eigene Art <em>viele Dinge der Vorstellung<\/em> als wahre und unbestreitbare Tatsachen behandeln, obwohl sie nicht zu den objektiv gegebenen geh\u00f6ren. In diesem Sinn konstruieren Menschen sehr wohl ihre je eigene Realit\u00e4t.<\/p>\n<h3><strong>Autorit\u00e4t und Beobachtung<\/strong><\/h3>\n<p>Menschliches Denken bewegt sich zwischen zwei weit auseinander liegenden Polen: zwischen der Religion auf der einen Seite und der Wissenschaft auf der anderen. Die erste besteht auf einer von h\u00f6herer Warte garantierte und dabei kollektiv verankerte Wahrheit, welche die beobachtbare Wirklichkeit souver\u00e4n \u00fcberschreiten darf. Die zweite duldet ausschlie\u00dflich Wahrheiten, die in m\u00f6glichst weitgehender \u00dcbereinstimmung mit der empirischen Beobachtung stehen (zumindest nicht durch sie widerlegt werden k\u00f6nnen). Die erste bezieht sich auf eine personale Autorit\u00e4t &#8211; die eines Religionsgr\u00fcnders oder eines Propheten zum Beispiel, die dann aber ihrerseits eine \u00fcberirdische Macht als den wahren Angelpunkt ihrer Lehren bezeichnen. Die zweite, die Wissenschaft, ist radikal diesseitig orientiert. Sie akzeptiert keinen personalen Machtspruch, woher er auch kommen mag. Ihre einzige Autorit\u00e4t ist die von allen Menschen beobachtbare Wirklichkeit selbst, wie sie sich in ihren Ordnungen und Gesetzen manifestiert.<\/p>\n<h3><strong>Auflehnung \u2013 der Ursprung der Philosophie<\/strong><\/h3>\n<p>Das sind die beiden seit langem besetzten St\u00fchle, zwischen denen der Philosoph Platz nehmen soll. In vorsokratischer Zeit, als im Abendland die Philosophie zum ersten Mal ihre Stimme erhob, hat sie sich gleich zu Beginn f\u00fcr die Distanzierung von religi\u00f6sen Gewissheiten entschieden. Der Ursprung von Philosophie bedeutete entschiedene Abkehr von den vorgeschriebenen Wahrheiten, man denke nur an die Worte eines Xenophanes: <em>\u201e<\/em>Wenn aber die Pferde &#8230; H\u00e4nde h\u00e4tten und mit diesen H\u00e4nden malen k\u00f6nnten, so w\u00fcrden \/sie\/ die G\u00f6tter abbilden<em> &#8230; in der Gestalt von Pferden &#8230;&#8220;. <\/em>Noch radikaler war die materialistische Reduktion alles Wirklichen durch Demokrit und Leukipp. Das gesamte Weltgeschehen wurde von ihnen auf die unterschiedlichen Relationen von kleinsten materiellen Teilchen, den Atomen, zurechtgestutzt<em>.<\/em> So wurden G\u00f6tter und mit ihnen auch gleich noch der sinnende, wollende Mensch durch blo\u00dfe Mechanik ersetzt.<\/p>\n<p>Die militante Abgrenzung von allen Dogmen, welche die Autorit\u00e4t vorschreibt, beherrschte auch das Denken der Philosophen w\u00e4hrend des 17ten und 18ten Jahrhunderts. Sie gipfelte in Voltaire\u2019s ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigtem Ausspruch: Ecrasez l\u2019inf\u00e2me! &#8211; zermalmt die Niedertracht (des klerikalen Lagers). Wie schon zur Zeit der alten Griechen mehr als zweitausend Jahre zuvor fand auch dieser Aufstand des individuellen Denkens gegen die Autorit\u00e4t im Namen einer Wissenschaft statt, die ganz auf das empirisch Nachweisbare fixiert war. Einige unter den damaligen Philosophen geh\u00f6rten selbst zu den ausgewiesenen Wissenschaftlern \u2013 das galt zum Beispiel f\u00fcr Leibniz, d\u2019Alembert oder f\u00fcr Kant -, zum gr\u00f6\u00dferen Teil aber traten sie wie Voltaire nur als deren popul\u00e4re Anw\u00e4lte und F\u00fcrsprecher auf. Die Botschaft, welche im Namen der Aufkl\u00e4rung damals verk\u00fcndet wurde, war in jedem Fall eindeutig. Philosophie solle sich, bitte sch\u00f6n, zwischen Wahrheit und Dichtung entscheiden. Wo die Wahrheit zu finden sei, galt dabei als ausgemacht: bei den Wissenschaften. Deshalb seien alle Aussagen der Philosophie einzig an deren wissenschaftlichem Gehalt zu messen.<\/p>\n<h3><strong>Analytische Philosophie<\/strong><\/h3>\n<p>Die angels\u00e4chsische Philosophie (nur wenige scherten aus, vor allem der einzigartige William James) sollte in Bertrand Russell ihren wohl \u00fcberzeugendsten Vertreter finden. Sie setzte die genannte Tendenz nicht nur ins zwanzigste Jahrhundert fort, sondern hat sie bis zu letzter logischer Konsequenz zugespitzt. Philosophie wurde zur <em>Magd der Wissenschaft<\/em>, ihre einzige Berechtigung sollte von nun an darin liegen, deren logische Grundlagen zu erhellen. Analytische Philosophie, welche, von dem gro\u00dfen Engl\u00e4nder begr\u00fcndet, heute weltweit die meisten Lehrst\u00fchle besetzt und als ernsthafte Konkurrenz nur noch die Geschichte der Philosophie neben sich duldet, hat sich dieses Programm zu eigen gemacht.<\/p>\n<p>Das hatte schwer wiegende Folgen. Philosophie, die in den Zeiten ihrer Bl\u00fcte die \u00f6ffentliche Meinung aufw\u00fchlte und sie manchmal sogar beherrschte, ist zu einer unbeachteten Disziplin von Fachleuten geschrumpft, deren Meinungen so gut wie keine Beachtung finden. Anders gesagt, die Grande Dame \u201aWeisheitslehre\u2019 wurde zu einem Zombie mit geringen \u00dcberlebensaussichten.<\/p>\n<p>Wie kann es sein, dass ein Denken, das ausschlie\u00dflich der Suche nach Wahrheit verpflichtet ist, ganz in die Bedeutungslosigkeit absinkt?<\/p>\n<h3><strong>Wollen und W\u00fcnschen \u2013 der Kernbereich menschlicher Existenz<\/strong><\/h3>\n<p>Der Grund f\u00fcr den spektakul\u00e4ren Niedergang hat gewiss nichts damit zu tun, dass die moderne Philosophie die wissenschaftliche Erkl\u00e4rung der Wirklichkeit akzeptiert. Jeder zeitgen\u00f6ssische Philosoph w\u00fcrde sich l\u00e4cherlich machen, fiele er stattdessen in das Weltbild des Mittelalters oder das der Azteken zur\u00fcck. <em>Es gibt kein Zur\u00fcck<\/em> hinter die heute universale Methodik und Erkenntnis der Wissenschaften. Das Problem der Philosophie liegt daher auch keineswegs darin, dass sie die wissenschaftliche Aufkl\u00e4rung und damit den Ma\u00dfstab von wahr versus falsch akzeptiert. Es ist einzig darin begr\u00fcndet, dass wissenschaftliche Wahrheit nur <em>halbe Erkenntnis<\/em> ist, weil ihr der wesentliche Teil menschlicher Existenz nicht in den Blick ger\u00e4t, n\u00e4mlich jenes subjektive W\u00fcnschen und Wollen, das sie grunds\u00e4tzlich aus ihrer Erkenntnis verbannt.<\/p>\n<p>Es ist aber dieses subjektive W\u00fcnschen und Wollen, welches das Denken und Handeln jedes einzelnen Menschen ebenso wie das der Staaten und Nationen durchgehend beherrscht. F\u00fcr den kommenden Tag beabsichtige ich zum Beispiel, einem Freund ein Geschenk zu machen, den nahe gelegenen Berg zu besteigen, ein Bild zu malen, ein Gedicht zu verfassen oder eine Revolution anzuzetteln. Keine dieser in meinem Kopf aufkommenden Willensregungen geh\u00f6rt dem Bereich objektiver Geschehnisse an, die sich analog den vorhandenen Ordnungen der Natur als wahr oder falsch einstufen lassen. Der Vers, den ich schreiben m\u00f6chte oder das Bild, das vor meinen Augen steht, erscheinen mir als \u201asch\u00f6n\u2019. Diesem \u00e4sthetischen Motiv verdanken sie ihre Entstehung. Die Besteigung eines Berges oder der politische Protest stehen mir als \u201agut\u2019 oder \u201aw\u00fcnschenswert\u2019 vor Augen. Diesmal ist es ein ethisches Motiv, das den Ausschlag gibt.<\/p>\n<p>Dabei sto\u00dfen wir notwendig auf eine Wahrheit, die auch die Wissenschaft akzeptieren musste (Max Weber hat dies ausdr\u00fccklich getan): Weder mein \u00e4sthetisches noch mein ethisches Wollen und W\u00fcnschen lassen sich aus den objektiven Gegebenheiten der Welt herleiten. Daher kann Wissenschaft grunds\u00e4tzlich dazu nichts sagen. Sie wendet sich ja nur solchen \u201aobjektiven\u2019 Ereignissen zu, die <em>unabh\u00e4ngig<\/em> von allem subjektiven menschlichen Wollen und W\u00fcnschen bestehen.<\/p>\n<p>Anders gesagt, muss Wissenschaft in dem Augenblick verstummen, wo es um das Wichtigste im Leben von Mensch und Gesellschaft geht. Ihre Erkenntnis sch\u00f6pft sie immer aus dem R\u00fcckblick auf das Vorhandene, sie ist retrospektiv: R\u00fcckblickend auf das Vergangene deckt sie dessen Ordnungen auf. Damit erzielt sie die erstaunlichsten Erfolge, weil diese Ordnungen und ihre Gesetze eben auch f\u00fcr die Zukunft gelten und unser Wollen dadurch mit un\u00fcberschreitbaren Schranken umhegen. Aber die Vergangenheit determiniert das Kommende immer nur partiell (und er\u00f6ffnet damit das weite Feld von Freiheit). Die bestehende Ordnung hindert keinen Menschen daran, in jedem Augenblick seines Lebens das unerh\u00f6rt Neue zu kreieren, das in einer aufsehenerregenden Erfindung, einer Revolution oder dem simplen Entschluss bestehen kann, einen nahe gelegenen Berg zu besteigen \u2013 alles Ereignisse, die allein in meinem subjektiven Wollen und W\u00fcnschen wurzeln. In jedem Augenblick wird neue Wirklichkeit von jedem Menschen (und allen sieben Milliarden zusammen, die den Globus bev\u00f6lkern) in gutem wie in b\u00f6sem Sinne aus subjektiven Beweggr\u00fcnden erschaffen. Die Wirkung ist spektakul\u00e4r: Aus dem Weltraum betrachtet, sieht der Planet gegenw\u00e4rtig v\u00f6llig anders aus als etwa vor zweihundert Jahren.<\/p>\n<h3><strong>Sch\u00f6pferische Vernunft<\/strong><\/h3>\n<p>Was menschliche K\u00f6pfe fortw\u00e4hrend kreieren \u2013 die jedes Einzelnen ebenso wie die von Gesellschaften, Staaten und allen anderen menschlichen Kollektiven -, sind Willensakte f\u00fcr eine ethisch bessere Welt, f\u00fcr die Gleichheit der Geschlechter, f\u00fcr milit\u00e4rische Abr\u00fcstung, f\u00fcr mehr Generationengerechtigkeit, f\u00fcr gr\u00fcnere St\u00e4dte, f\u00fcr eine sch\u00f6nere Architektur, f\u00fcr mehr Bildung oder auch f\u00fcr das Gegenteil \u2013 und dies ad Infinitum.\u00a0Dagegen wird in den Laboren der gro\u00dfen Konzerne oder an universit\u00e4ren Forschungsst\u00e4tten ausschlie\u00dflich \u00fcber Tatsachen geforscht, die unabh\u00e4ngig von diesem Wollen bestehen, aber <em>als Mittel zu eben diesen Zwecken<\/em> eingesetzt werden k\u00f6nnen. Die r\u00fcckblickende oder instrumentelle Vernunft der Wissenschaften beschreibt den objektiven Teil des Realen unabh\u00e4ngig von menschlichem Wollen, die sch\u00f6pferische hat einen rein subjektiven Ursprung, weil sie auf nichts anderem beruht als eben auf diesem Untergrund: dem menschlichen Wollen.<\/p>\n<p>Betrachtet man ihn aus der Vogelschau, so bildet der Bereich wissenschaftlicher Erkenntnis mit seinen Kriterien von wahr versus falsch nur einen sehr kleinen Teil der Vernunft im Verh\u00e4ltnis zu jenem tausendstimmigen Konzert von subjektiven Willensakten, die den Ma\u00dfst\u00e4ben von gut versus schlecht, n\u00fctzlich versus unn\u00fctz, sch\u00f6n versus h\u00e4sslich gehorchen. Alles, was uns wirklich ber\u00fchrt, aufw\u00fchlt, begeistert oder umgekehrt abst\u00f6\u00dft, anwidert und zu heftigen Protesten anstachelt und bis zum Aufruhr reizt, f\u00e4llt in den ethischen Bereich von gut oder schlecht und den \u00e4sthetischen von sch\u00f6n oder h\u00e4sslich, mit anderen Worten in den Bereich der sch\u00f6pferischen Vernunft.<\/p>\n<h3><strong>Eine Philosophie, die dem Menschen gerecht wird<\/strong><\/h3>\n<p>Eine Philosophie, die ihren Namen als Weisheitslehre verdient, m\u00fcsste sich wieder mit dem Menschen befassen, wie er tats\u00e4chlich ist: n\u00e4mlich mit dem Menschen als wollendem und w\u00fcnschenden Wesen, das in jedem Moment seines bewussten Lebens auf die umgebende Natur und seine Mitmenschen einzuwirken versucht. Im kleinen geschieht das im eigenen Haus oder Garten und in der eigenen Familie, im gro\u00dfen wird darum in der Weltpolitik gerungen. Die Mittel, der sich jeder zu diesen Zwecken bedient, m\u00fcssen sich an den wissenschaftlichen Kenntnissen orientieren, aber die Zwecke selbst lassen sich nicht aus der objektiven Natur und ihren Gesetzen deduzieren. Sie haben ihren Ursprung in der subjektiven Freiheit des Menschen.<\/p>\n<p>Die analytische Philosophie, die von Demokrit bis Bertrand Russell reicht, hat unser Wissen \u00fcber die Objektivit\u00e4t des Realen immens bereichert. Wie die exakten Wissenschaften ist sie zu einer universalen Sprache geworden, welche die Welt der Tatsachen in zunehmender Tiefe durchdringt und anschlie\u00dfend die Regeln zu ihrer technischen Verwertung liefert. Nie sollte man aber vergessen, dass Wissenschaft und Technik immer <em>nur Mittel sind, um menschlichen Zwecken zu dienen<\/em>. Diese selbst aber geh\u00f6ren zu einer anderen Dimension. Mit ihnen \u00fcberschreitet und \u00fcberwindet der Mensch die vorhandene \u201aobjektive\u2019 Realit\u00e4t, um sie durch eine ersehnte bessere zu ersetzen. W\u00e4hrend Wissenschaft sich mit den <em>Tatsachen<\/em> befasst, bereiten die Zwecke der sch\u00f6pferischen Vernunft den Boden f\u00fcr <em>m\u00f6gliche Wirklichkeiten<\/em>. Eine Philosophie, die nur noch den Bereich des Tats\u00e4chlichen absteckt und erkundet, stirbt den emotionalen K\u00e4ltetod. Sie bedeutet den Menschen nichts mehr.<\/p>\n<p>Jede Philosophie, die den Menschen halbiert, weil sie nur die retrospektive oder instrumentelle Vernunft gelten l\u00e4sst, verzerrt das Antlitz des Menschen. Die Armut und Bedeutungslosigkeit der analytischen Philosophie beruht nicht darauf, dass sie sich mit aller Entschiedenheit den wissenschaftlichen Ma\u00dfstab von wahr versus falsch zu eigen macht, sie liegt ausschlie\u00dflich darin, dass sie <em>nichts anderes kennt<\/em> als die instrumentelle Vernunft, w\u00e4hrend sie die sch\u00f6pferische (weil diese wissenschaftlich nicht greifbar ist) aus ihrer Weltsicht verdr\u00e4ngt. So hat sie den Menschen auf ein k\u00fcmmerliches Restwesen reduziert.<\/p>\n<h3><strong>Bleibt nur Beliebigkeit \u00fcbrig?<\/strong><\/h3>\n<p>Mancher kritische Wissenschaftler k\u00f6nnte einen solchen Vorwurf allenfalls akzeptieren. Doch dr\u00e4ngt sich ihm sofort eine beunruhigende Frage auf. Worin ist sch\u00f6pferische Vernunft verankert, wenn ihre subjektiven \u00c4u\u00dferungen sich nicht nach dem Ma\u00dfstab von wahr versus falsch beurteilen lassen? Wenn jeder von uns frei ist, in einem bestimmten Augenblick ein Buch aufzuschlagen, einen Ausflug zu machen oder ein Bild zu malen, ist solche Freiheit dann nicht Ausdruck von Willk\u00fcr und Zufall? Und muten sch\u00f6pferische Vernunft und Freiheit nicht eher peinlich an, wenn sie auf Willk\u00fcr und Zufall begr\u00fcndet sind? Das Reich der Zwecke mit den darin beschlossenen ethischen wie \u00e4sthetischen Werten scheint radikal entwertet, wenn Subjektivit\u00e4t gleichbedeutend mit Beliebigkeit ist. Wendet ein Wissenschaftler, der sein Heil seit dem 17ten Jahrhundert in \u201aewigen\u2019 und \u201aehernen\u2019 Gesetzen sucht, sich nicht aus gutem Grund von solcher Beliebigkeit ab?<\/p>\n<h3><strong>Das Subjekt als Quell des Neuen<\/strong><\/h3>\n<p>Das Problem der menschlichen Freiheit hat viel Verwirrung gestiftet. Stimmt es wirklich, dass der sch\u00f6pferische Prozess, der in jedem Moment menschlicher Existenz die Gestaltung der pers\u00f6nlichen und kollektiven Zukunft beherrscht, nichts anderes produziert als jede Roulettescheibe auch, n\u00e4mlich den Zufall? Man kann diese Frage nicht mit dem Hinweis erledigen, dass die instrumentelle Vernunft der sch\u00f6pferischen ja in der Regel die n\u00f6tigen Hilfsdienste leiste. Der Bau einer Br\u00fccke von Reggio Calabria nach Sizilien verlangt h\u00f6chstes technisches K\u00f6nnen \u2013 andernfalls w\u00e4re der Vorsatz der sch\u00f6pferischen Vernunft so wenig zu realisieren wie eine Seilbahn zum Mond. Doch dieser Einwand \u00e4ndert nichts an der blo\u00dfen Hilfsrolle der instrumentellen Vernunft &#8211; der Vorsatz selbst hat nichts mit ihr gemein. Er entspringt subjektiv ethischem Wollen, das die einen f\u00fcr gut erachten, die anderen nicht.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine richtige Antwort auf die zuvor gestellte Frage ist diese Tatsache letztlich entscheidend. Subjektive Akte menschlichen Wollens stehen in der Kritik anderer Menschen. Eine Br\u00fccke von Kalabrien nach Sizilien ist weder wahr noch falsch, man kann die Idee nur als gut oder schlecht bewerten, je nachdem ob man in ihrer Verwirklichung die bestm\u00f6gliche Verwendung knapper Steuergelder erblickt oder nicht. Ein Ma\u00dfstab ist zweifelsfrei vorhanden, aber ein ganz anderer als in der Wissenschaft. Er ist ethischer Natur und orientiert sich an Vorbildern und Autorit\u00e4ten, die ihrerseits bestimmte Meinungen zu diesem Thema haben. Wenn ich mich entschlie\u00dfe, ein Buch \u00fcber soziale Gerechtigkeit zu schreiben, dann nicht weil sich in meinem Kopf eine Roulettescheibe dreht, die am Ende gerade diesen und keinen anderen Gedanken in meinem Hirn aufblitzen l\u00e4sst, sondern weil zeitgen\u00f6ssische Str\u00f6mungen des Denkens mich tausendfach in diese Richtung treiben. Diejenigen, die ich als vorbildlich erachte, beeinflussen mich und liefern mir Orientierung.<\/p>\n<p>Die sch\u00f6pferische Vernunft h\u00e4ngt also keineswegs in der Luft, nur weil der Ma\u00dfstab von wahr versus falsch in ihr au\u00dfer Geltung ist. Die Alternative zu dem, was die instrumentelle Vernunft nicht als wahr oder falsch aus der bestehenden Ordnung abzuleiten vermag, sind nicht Beliebigkeit oder Zufall, so als w\u00fcrde das Neue, das in unseren K\u00f6pfen entsteht, aus dem Nichts geboren. Der wirksame Bezugspunkt sind die Vorbilder anderer Menschen, ihr Einfluss und ihr Charisma, kurz Autorit\u00e4t.<\/p>\n<h3><strong>Synthetische Philosophie<\/strong><\/h3>\n<p>Religionen haben das zu ihrer Zeit Unerkl\u00e4rliche durch Dogmen ersetzt und damit die Fragen nach wahr und falsch unterdr\u00fcckt. Darin liegt der historische Grund, warum die Philosophie und schlie\u00dflich die Wissenschaften so heftige Kritik an ihr \u00fcbten. Sie haben jene H\u00e4lfte der Wahrheit unterdr\u00fcckt, die der Mensch erst zu finden vermochte, wenn er sich von allen Dogmen befreite. Andererseits haben sie den Menschen immer in seiner Eigenschaft als wollendes und w\u00fcnschendes Wesen gesehen, das sich an Zwecken orientiert, deren letzter Bezugspunkt Vorbilder und glaubhafte Autorit\u00e4ten sind. Mit dieser Betonung der Zwecke haben sie die einseitige Fixierung der Wissenschaft auf die instrumentelle Vernunft um die sch\u00f6pferische bereichert.<\/p>\n<p>Religionen sehen die letzte und h\u00f6chste Autorit\u00e4t au\u00dferhalb des einzelnen Menschen und menschlicher Kollektive. Damit m\u00f6gen sie im Recht sein oder auch nicht, denn Tatsache ist ja, dass es letztlich immer einzelne Menschen oder Gemeinschaften sind, welche die jeweiligen ethischen und \u00e4sthetischen Werte geschaffen haben. Der Philosoph ist deshalb gut beraten, die Aussagen der Religionen nicht allzu w\u00f6rtlich zu nehmen. Doch er hat guten Grund, sich seiner Lage zwischen den beiden St\u00fchlen von Religion und Wissenschaft nicht zu sch\u00e4men, denn <em>Religion erg\u00e4nzt die Wissenschaft eben auf \u00e4hnliche Weise wie die sch\u00f6pferische die instrumentelle Vernunft<\/em>.<\/p>\n<p>Vorbild und Autorit\u00e4t \u2013 die der lebenden Mitmenschen wie die vergangener Generationen \u2013 liefern den Ma\u00dfstab der sch\u00f6pferischen Vernunft, der sich als nicht weniger bedeutsam erweist als wahr versus falsch. Im Blick auf die \u201aobjektive\u2019 Natur sieht der Mensch radikal von sich selber ab, also von seinem Wollen und W\u00fcnschen, andernfalls h\u00e4tte er ihre Gesetze niemals erkunden k\u00f6nnen. Aber sobald er, wie es im t\u00e4glichen Leben die durchgehende Regel ist, seinen Zwecken und Sehns\u00fcchten folgt, ist es die Auseinandersetzung mit anderen Menschen, die ihn leitet, dann orientiert er sich an Vorbildern und Autorit\u00e4ten.<\/p>\n<p>In dieser Perspektive ist die Stellung des Philosophen zwischen den beiden St\u00fchlen von Religion und Wissenschaft nicht l\u00e4nger unbequem, sondern erweist sich im Gegenteil als besonderer Vorzug. Mit ihrer Beschr\u00e4nkung auf nur eine H\u00e4lfte der menschlichen Vernunft ist die analytische Vernunft kl\u00e4glich gescheitert. Sie hat die nach Gesetzen funktionierende berechenbare Natur in den Mittelpunkt, den sch\u00f6pferisch-freien Menschen dagegen an den Rand des Universums gestellt. Ist es da nicht naheliegend, zu einer Synthese zu gelangen, die beide H\u00e4lften wieder zusammenf\u00fcgt, indem sie der sch\u00f6pferischen Vernunft einen mindestens gleichrangigen Platz wie der instrumentellen zuerkennt? Die Philosophie der Freiheit, die ich der analytischen entgegenstellen m\u00f6chte, w\u00fcrde dann wohl den Namen einer \u201asynthetischen Philosophie\u2019 verdienen.<\/p>\n<p>Wer wei\u00df, vielleicht k\u00f6nnte eine solche Synthetische Philosophie der grande Dame Philosophie, die heute zu einem Zombie verk\u00fcmmert ist, neuerlich einen frischen Lebensgeist einhauchen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Auch erschienen in &#8222;Humane Wirtschaft&#8220;) Die Philosophie hat es schwer in unseren Tagen. Wie eine alte Dame von vornehmer Abkunft macht sie noch immer durch herrschaftliches Auftreten und ein gewaltiges Selbstbewusstsein von sich reden \u2013 geradeso, als w\u00fcsste sie nicht, dass man hinter ihrem R\u00fccken l\u00e4ngst \u00fcber den Zombie sp\u00f6ttelt. 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